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Herfried Münkler : „Der 11. September 2001 war keine Zäsur“

  • Aktualisiert am

Der Anschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001 Bild: dpa

Nach Ansicht des Politikwissenschaftlers Herfried Münkler sind die längerfristigen Folgen der Anschläge vom 11. September 2001 „begrenzt“. In der F.A.Z. schreibt er, die Attacken seien nicht zu einer weltpolitischen Zäsur geworden.

          Nach Ansicht des Berliner Politikwissenschaftlers Herfried Münkler sind die längerfristigen Auswirkungen der Anschläge vom 11. September 2001, die sich am Sonntag zum 15. Mal jähren, „begrenzt“. In einem Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung (Freitagsausgabe) schreibt Münkler, die Attacken, bei denen mehr als 2000 Menschen starben, „haben die Angst der Menschen im reichen Norden vor terroristischen Attacken deutlich erhöht, sie haben leichtfertige Reaktionen der westlichen Politik provoziert und die Probleme der arabischen Welt in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt, aber zu einer weltpolitischen Zäsur sind sie deswegen nicht geworden.“

          Herfried Münkler lehrt Politikwissenschaft an der Humboldt-Universität Berlin.

          Doch weder in Afghanistan noch im Irak, so Münkler, wären die Verhältnisse ohne die Anschläge gut; „auch unter dem Regime der Taliban und Saddam Husseins wären viele aus diesen Ländern geflohen, und wahrscheinlich wäre es auch dann zu dem als „arabischer Frühling“ bezeichneten Aufstand gegen die autoritären Regime des Nahen Ostens und der nordafrikanischen Küste gekommen.“ Und fügt hinzu: „Das Hauptproblem dieses Raumes, die Selbstblockade der arabisch-islamischen Welt, hätte es auch dann gegeben, und ebenso hätte es die verzweifelte Suche nach Auswegen aus dieser Selbstblockade gegeben, deren Produkt im weiteren Sinn auch Al Qaida war und immer noch ist.“

          „Die Probleme der arabischen Welt wären im Kern dieselben, auch wenn die Anschläge vom 11. September nicht stattgefunden hätten“, schreibt Münkler in der F.A.Z.

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