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Flugzeugkollision : Amerika bedauert - China will mehr

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Das Verhältnis zwischen Washington und Peking ist immer noch angespannt. Die chinesischen Behörden werfen der 24-köpfigen Crew Verstoß gegen das Völkerrecht vor.

          Auch fünf Tage nach dem Luftzwischenfall über dem Südchinesischen Meer ist noch keine Entspannung im Verhältnis zwischen China und den USA in Sicht. Zwar gab es erste ernsthafte Bemühungen um eine Normalisierung der Lage und versöhnliche Worte aus Washington und Peking, doch wurde die 24-köpfige Besatzung des auf der Insel Hainan notgelandeten US-Spionageflugzeugs am Donnerstag von den chinesischen Behörden wegen Verstoßes gegen das Völkerrecht vernommen.

          Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Sun Yuxi, beschuldigte die Mannschaft am Donnerstag, internationales Recht gebrochen zu haben. Sie sei für die Kollision mit dem chinesischen Abfangjäger vom Sonntag verantwortlich. Es sei deshalb völlig normal, wenn sie von den Ermittlungsbehörden befragt würden, erklärte Sun.

          Chinesen begrüßen Bedauern Powells

          Zuvor hatte Sun im Namen der chinesischen Regierung die Erklärung der USA zum Schicksal des vermissten und vermutlich ums Leben gekommenen chinesischen Piloten begrüßt. US-Außenminister Colin Powell hatte am Mittwoch sein Bedauern über den Tod des chinesischen Piloten, dessen Maschine nach dem Zusammenstoß mit dem US-Spionageflugzeug am Sonntag abgestürzt war, geäußert. Dies sei ein Schritt in die richtige Richtung zur Lösung des ganzen Problems, erklärte Sun. Er stellte aber klar, dass die Erklärung Powells noch nicht zur Lösung der Krise ausreiche. Vielmehr müssten die USA auch die volle Verantwortung für den Zwischenfall übernehmen. Sun deutete an, dass ein weiterer Besuch der Besatzung durch amerikanische Diplomaten von einer Entschuldigung Washingtons für den Vorfall abhänge.

          Konservative stellen Handelsbeziehungen in Frage

          Einige konservative Abgeordnete des amerikanischen Repräsentantenhauses ergriffen unterdessen die Gelegenheit, angesichts der Spannungen eine Zurücknahme der Normalisierung in den Handelsbeziehungen zu China zu fordern. Das Gesetz über die Normalisierung der Handelsbeziehungen war im vergangenen Jahr vom Kongress verabschiedet und vom damaligen Präsidenten Bill Clinton unterzeichnet worden.

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