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Flugzeugabsturz : Ukraine schließt Manöverunfall nicht mehr aus

  • Aktualisiert am

Bergung von Wrackteilen der abgestürzten Tupolew Bild: dpa / NTV GRAB

Nach dem Absturz der Passagiermaschine über dem Schwarzen Meer schließt der ukrainische Ministerpräsident Kinach einen Manöverunfall als Ursache nicht mehr aus.

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          Der ukrainische Ministerpräsident Anatoli Kinach schließt einen Manöverunfall als Ursache für den Absturz des russischen Passagierflugzeugs ins Schwarze Meer nicht mehr aus. Diese Hypothese müsse ebenfalls in Erwägung gezogen werden, sagte Kinach am Freitag laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax.

          Zuvor hatte das Verteidigungsministerium in Kiew Berichte aus den USA zurückgewiesen, wonach die Tupolew möglicherweise versehentlich bei einem Manöver von einer Rakete der ukrainischen Streitkräfte abgeschossen wurde. Nach Angaben des Weißen Hauses in Washington gab es zunächst keine Hinweise auf einen Terroranschlag auf die Maschine. Bereits unmittelbar nach dem Absturz des Flugzeugs am Donnerstag, dem eine Explosion an Bord vorausgegangen war, hatten Russland und Israel einen Terroranschlag nicht ausgeschlossen.

          Russland ermittel wegen Terrorismus

          Nach dem Absturz der Passagiermaschine hat die russische Staatsanwaltschaft Ermittlungen „wegen Terrorismus“ eingeleitet. Wie die russische Nachrichtenagentur Interfax berichtete, fand man am mittlerweile geborgenen Cockpit der Unglücksmaschine drei Löcher, die auf Einschüsse hinweisen könnten. Der stellvertretende Leiter der Bergungskommission, Nikolai Burkow, habe dies dem Verkehrsministerium mitgeteilt. Es sei nun an den Experten, daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen.

          Eine Tupolew mit 76 Menschen an Bord stürzte nach einer Explosion ins Schwarze Meer
          Eine Tupolew mit 76 Menschen an Bord stürzte nach einer Explosion ins Schwarze Meer : Bild: dpa

          Der russische Staatsanwalt Fridikin begründete den Verdacht auf einen Terrorakt damit, dass die Maschine mitten im Flug ohne Anzeichen von Problemen explodiert sei. Auch der israelische Sicherheitsexperte Shlomo Shpiro sagte in Tel Aviv, solange es keine bildlichen Beweise für einen Raketentreffer gebe, könne man von einem Bombenattentat ausgehen. Seiner Meinung nach haben die Vereinigten Staaten jeden Grund, die so genannte Raketenerklärung zu favorisieren: „Wäre es ein Attentat, befürchten die Amerikaner einen israelischen Alleingang gegen den Terrorismus“, erklärte er.

          Pentagon: Absturz durch Boden-Luft-Rakete

          Obwohl der russische Präsident Wladimir Putin Vermutungen über einen Abschuss der ukrainischen Marine dementierte, halten sich entsprechende Gerüchte hartnäckig. Amerikanische Zeitungen berichteten am Freitag, dass US-Spionagesatelliten kurz vor dem Absturz der Tupolew-154 mit Infrarotsensoren den Abschuss einer Rakete durch die ukrainische Armee registriert hätten.

          Im Pentagon hieß es, eine bei einem Manöver in der Ukraine abgefeuerte Boden-Luft-Rakete vom Typ S-200 habe die Tupolew offenbar zum Absturz gebracht. Die S-200 hat eine Reichweite von bis zu 300 Kilometern. Die Übungsmanöver wurden auf der Halbinsel Krim, etwa 250 Kilometer von der Absturzstelle entfernt, abgehalten.

          In der Absturzregion sind acht russische Schiffe damit beschäftigt, nach Wrackteilen und Leichen der abgestürzten Tupolew zu suchen. An Bord befanden sich 76 Menschen, die bei dem Unglück vermutlich alle ums Leben gekommen sind. Bisher wurden 16 Leichen geborgen, die keine Schwimmwesten trugen. Die Opfer wurden in die südrussische Hafenstadt Sotschi gebracht, wo in Kürze auch ihre Angehörige erwartet werden.

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