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Flüchtlingspolitik : Geht doch

  • -Aktualisiert am

Nur noch wenige syrische Flüchtlinge will Deutschland im Monat aus der Türkei übernehmen? Man reibt sich verwundert die Augen: Wanderungsbewegungen lassen sich also doch steuern.

          Hundert syrische Flüchtlinge im Monat will Deutschland nun also aus der Türkei übernehmen. Man reibt sich die Augen, wenn man diese Zahl liest. Eine Million Asylsuchende sind im vergangenen Jahr nach Deutschland gekommen; die größte Gruppe unter ihnen waren Syrer. Jetzt schrumpft das auf hundert Menschen im Monat zusammen?

          Die Gründe dafür sind bekannt: Die Abriegelung der Balkan-Route und das Abkommen mit der Türkei haben diesen atemberaubenden Rückgang ermöglicht. Das sollten vor allem jene zur Kenntnis nehmen, die in den vergangenen Monaten ständig behauptet haben, Flüchtlingsströme ließen sich grundsätzlich nicht aufhalten, schon gar nicht an europäischen Außengrenzen.

          Die Wahrheit ist, dass sich Wanderungsbewegungen sehr wohl steuern lassen, wenn der politische Wille dazu besteht. Und das humanitäre Erbe Europas wird auch nicht verraten, wenn man besonders Schutzbedürftige „umsiedelt“ und zugleich anderen Flüchtlingen in ihren Zufluchtsländern hilft. Ein wenig mehr Realitätssinn täte nicht nur dieser Debatte in Deutschland gut.

          Nikolas Busse

          Verantwortlicher Redakteur für die Frankfurter Allgemeine Woche und stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik (F.A.Z.).

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