https://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/zentralrat-der-juden-schuster-warnt-vor-mehr-antisemitismus-durch-muslimische-fluechtlinge-13846554.html

Zentralrat der Juden : Schuster warnt vor mehr Antisemitismus durch muslimische Flüchtlinge

  • Aktualisiert am

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, warnt wegen des Zustroms muslimischer Flüchtlinge vor wachsendem Antisemitismus Bild: dpa

Durch die Einwanderung muslimischer Flüchtlinge könnte der Antisemitismus zunehmen, fürchtet der Vorsitzende des Zentralrats der Juden, Josef Schuster. Er fordert, das Bekenntnis zum Existenzrecht Israels müsse zum Wertekanon gehören, der den Ankömmlingen vermittelt werde.

          1 Min.

          Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, befürchtet einen wachsenden Antisemitismus in Deutschland durch die Einwanderung von muslimischen Asylsuchenden. „Wenn man zwanzig oder dreißig Jahre lang mit einem israel- und judenfeindlichen Bild aufgewachsen ist, dann wird man dieses Bild nicht einfach an der deutschen Grenze aufgeben“, sagte Schuster der F.A.Z. mit Blick auf Herkunftsländer, in denen starke antijüdische Tendenzen existieren.

          „Deshalb ist es ganz wichtig, dass wir jedem Flüchtling nahebringen, dass in Deutschland das Grundgesetz die Lebensgrundlage aller Menschen ist und zur unserem Wertekanon die Ablehnung jeglicher Form von Antisemitismus sowie das Bekenntnis zum Existenzrecht Israels dazugehören.“

          Gleichzeitig trat Schuster dem Eindruck entgegen, er wolle eine Stimmung erzeugen, in der die Deutschen muslimischen Flüchtlingen mit Skepsis begegnen sollten. „Es geht auch nicht darum, eine Abneigung gegen Menschen zu schüren, die aus Gebieten kommen, wo es israelfeindliche Bilder gibt. Es geht um die Sorge, dass diese Bilder nach Deutschland transportiert werden könnten und hier zu einem Antisemitismus führen, der das Wertegefüge in eine Richtung brächte, die wir alle nicht wollen.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Herbert Reul im Jahr 2021

          Herbert Reul im Interview : „Die Grenzen zwischen den Szenen verwischen“

          Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) spricht im Interview mit der F.A.Z. über die gefährliche Melange aus Rechtsextremisten, „Reichsbürgern“ und Delegitimierern. Die Verbindungen zur AfD wundern ihn nicht
          „Helden Russlands“: Putin stößt mit Soldaten nach ihrer Auszeichnung am 08. Dezember 2022 im Kreml an.

          Russlands Ukrainekrieg : Prosit für Putin

          Moskaus Gerichte verurteilen einen Oppositionellen nach dem anderen. Und Russlands Präsident verleiht Auszeichnungen wie am Fließband. Weiterhin behauptet der Kreml, auf dem einzig richtigen Kurs zu sein.

          WM-Aus für Brasilien : Neymar erst magisch, dann menschlich

          Superstar Neymar schenkt der Fußballwelt gegen Kroatien einen besonderen Moment, als er Brasilien in der Verlängerung in Führung schießt. Doch Kroatien gleicht aus und bezwingt die Seleção im Elfmeterschießen.
          Eklatanter Lernrückstand in den Grundschulen

          Schlechte Leistungen : Die Grundschulen brauchen Hilfe

          Viele Grundschüler können nicht richtig lesen, schreiben und rechnen. Wie können ihre Leistungen verbessert werden? Eine Fachkommission hat Vorschläge gemacht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.