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Heidelberger Wohltäter : Unternehmer spendet eine Million Euro für Flüchtlinge

Unternehmer Wolfgang Marguerre spendet der Stadt Heidelberg eine Million Euro zur Flüchtlingshilfe. Vor sieben Jahren unterstützte er das Heidelberger Stadttheater. Bild: privat

Mit einer Privatspende von einer Million Euro will ein Unternehmer die Stadt Heidelberg in der Flüchtlingskrise unterstützen. Und damit auch ein motivierendes Zeichen an die deutschen Helfer senden.

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          Vor sieben Jahren machte der Unternehmer Wolfgang Marguerre Schlagzeilen, weil er die Sanierung des Heidelberger Theaters mit 15 Millionen Euro unterstützte. Ein Saal des Theaters trägt heute Marguerres Namen. Jetzt hat sich der Gründer der Firma Octapharma noch einmal großzügig gezeigt: Der Stadt Heidelberg spendete er aus seinem Privatvermögen eine Million Euro für die Flüchtlingsbetreuung und Flüchtlingsintegration.

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Marguerre, der viele Jahre in Paris gelebt hat, begründet seine Spende mit zwei Argumenten: „Im Ausland wird immer noch sehr negativ über Deutschland geschrieben, wenn ich jetzt sehe, was an unseren Bahnhöfen los ist, wie hilfsbereit die Deutschen die Flüchtlinge aufnehmen, dann möchte ich mit meiner Spende eine solches Verhalten weiter motivieren“, sagt der 74 Jahre alte Unternehmer.

          Die Deutschen seien vielleicht doch anders, es würde ihn freuen, wenn die freundliche Flüchtlingsaufnahme das Deutschlandbild im Ausland ändere. Außerdem begründet Marguerre seine Spende mit dem Flüchtlingsschicksal der Familie seiner zweiten Frau. Deutschland habe vor diesem historischen Hintergrund eine besondere Verantwortung. Marguerre hofft auf Nachahmer.

          Das Vermögen Marguerres wird auf 1,5 Milliarden Euro geschätzt, vermutlich zählt er zu den hundert reichsten Deutschen. „Bei den Flüchtlingen muss jetzt die Spreu vom Weizen getrennt werden, die Identität muss festgestellt werden. Diejenigen, die bleiben dürfen, müssen gut integriert werden“, fordert der Unternehmer.

          Der Millionär vertraut Heidelbergs Oberbürgermeister die Spende an

          Über die konkrete Verwendung der Spende soll der Heidelberger Oberbürgermeister Eckart Würzner (parteilos) entscheiden, dem Marguerre vertraut. Die Stadt Heidelberg erwägt, das Geld zum Beispiel für die Sprachförderung auszugeben. In städtischer Obhut sind derzeit 600 Flüchtlinge in der baden-württembergischen Universitätsstadt untergebracht.

          Für Flüchtlinge gibt die Stadt in diesem Jahr etwa acht Millionen Euro aus. Würzner bezeichnete Marguerres Spende am Montag als „tolles Zeichen“: „In der aktuellen Situation sind alle gesellschaftlichen Kräfte gefragt, um Menschen in Not zu helfen. Herr Marguerre sendet damit das Signal aus, dass jeder einen persönlichen Beitrag nach seinen Möglichkeiten leisten kann“, sagte der Oberbürgermeister.

          Es sei zum Beispiel möglich, die Flüchtlinge auf der Suche nach eigenem Wohnraum mit einer Erstausstattung zu unterstützten, einen Fonds für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge einzurichten oder Patenschaften zwischen Flüchtlingen und Heidelberger Bürgern in den Stadtteilen zu initiieren und zu begleiteten.

          Etwa weitere 3800 Flüchtling sind in Heidelberg zudem in einer behelfsmäßigen Erstaufnahmeeinrichtung (BEA) des Landes in der Patrick-Henry-Village, einer früheren amerikanischen Kaserne, untergebracht. Die Zustände in dieser völlig überlasteten Notunterbringung sind seit Monaten katastrophal. Die BEA war ursprünglich für 1000 Flüchtlinge ausgelegt. Ende Juli war die baden-württembergische Integrationsministerin Bilkay Öney (SPD) auf einer Bürgerversammlung in Heidelberg-Kirchheim ausgebuht worden.  

          Kürzlich ist Marguerres Firma Octapharma, die mit 6000 Mitarbeitern zu den führenden Blutplasmaherstellern am Weltmarkt gehört, in die Kritik geraten, weil sie dem früheren portugiesischen Regierungschef José Sócrates 2013 ein Beraterhonorar gezahlt haben soll. Gegen den Sozialisten war wegen Steuerhinterziehung, Geldwäsche und Korruption ermittelt worden. Anfang September hatte der Politiker nach neun Monaten Untersuchungshaft das Gefängnis verlassen.

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