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Weniger syrische Flüchtlinge : Die Maßnahmen greifen

Die Zahl der Kriegsflüchtlinge aus Syrien ist deutlich gesunken. Die Vereinbarung mit der Türkei zeigt Wirkung. Gelöst ist die Flüchtlingskrise damit noch nicht.

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          Die Zahlen der Bundespolizei zu den Flüchtlingen, die bei der Einreise aufgegriffen werden, zeigen zweierlei: Die Balkan-Route ist zu, und die Maßnahmen für die syrischen Flüchtlinge in der Türkei wirken. So sind im August erstmals in diesem Jahr weniger als 500 syrische Asylsuchende bei der Einreise nach Deutschland aufgegriffen worden, im Februar waren es noch 10 000.

          Damit wurden im August mehr Afghanen und Eritreer aufgegriffen als Syrer. Nur noch wenige Flüchtlinge kommen über die Balkan-Route, denn nur noch findige Schleuser finden Lücken. Die Flüchtlinge, vor allem aus Afrika, weichen daher auf die Mittelmeer-Route aus.

          Die führt nach Italien; dorthin gelangen noch immer so viele Flüchtlinge im Monat wie 2015. Weiter über den Brenner und nach Norden ziehen nur wenige. Auch das hat seine Gründe: Italien hält sie meist im eigenen Land, und wegen der Kontrollen an der deutschen Grenze zu Österreich ist die Brenner-Route weitgehend dicht, so dass mehr Flüchtlinge auf den Weg über die Schweiz ausweichen.

          Auf einem anderen Feld zeigt sich ebenfalls, dass die Maßnahmen greifen: In der Türkei wird, auch dank der Finanzhilfe der EU, viel für die Flüchtlinge getan. Die Väter finden Arbeit, die Kinder gehen in die Schule, wer will, kann türkischer Staatsbürger werden. Der Druck ist genommen, weiterzuziehen.

          Dazu kommen die Nachrichten von Landsleuten auf den griechischen Inseln, die von den prekären Lagerbedingungen dort berichten. Gelöst ist die Flüchtlingskrise damit nicht. Noch immer erreichen im Monat 14 000 Flüchtlinge Europa. Die jüngsten Zahlen zeigen aber, dass geeignete Maßnahmen den Flüchtlingsstrom stark eindämmen können.

          Rainer Hermann
          Redakteur in der Politik.

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