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Flüchtlinge : Vier Leichen an Stränden der Insel Kos entdeckt

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Auch an türkischen Stränden werden immer wieder Leichen angeschwemmt und in Särgen abtransportiert. Bild: AP

Die Überfahrt über das Mittelmeer bleibt für Flüchtlinge gefährlich: Innerhalb von zwei Tagen wurden mehrere Leichen an den Stränden der griechischen Insel Kos entdeckt. Mehr als 1000 Migranten wurden aus Seenot gerettet.

          An Stränden der griechischen Ferieninsel Kos hat die Küstenwache innerhalb von 48 Stunden die Leichen zweier Kleinkinder sowie einer Frau und eines Mannes entdeckt. Offenbar handele es sich um Flüchtlinge. Zwei von ihnen hätten Schwimmwesten getragen, alle Leichname seien stark verwest, teilte die griechische Küstenwache am Montag mit. Seit Freitag habe die Küstenwache 1743 Migranten aus den Fluten in der Ostägäis gerettet, hieß es weiter. Am Montagmorgen kamen an Bord einer Fähre knapp 1200 Flüchtlinge von ostägäischen Inseln in der Hafenstadt Piräus an. Die meisten von ihnen wollten weiter nach Westeuropa, berichteten Reporter des griechischen Staatsfernsehens (ERT).

          An der libyschen Küste haben freiwillige Helfer des Roten Halbmonds binnen fünf Tagen die Leichen von 85 Flüchtlingen gefunden. Wie die Organisation am Montag mitteilte, wurden die Toten im verwesten Zustand an Stränden zwischen Tripolis und der 65 Kilometer westlich gelegenen Stadt Sabratah angeschwemmt.

          Die libysche Küstenwache teilte unterdessen mit, sie habe 212 Migranten in Sicherheit gebracht. Die Flüchtlinge aus dem Senegal und dem Sudan, unter ihnen 22 Frauen, befanden sich demnach an Bord von zwei Schlauchbooten vor der Küste von Garabuli, 60 Kilometer östlich der Hauptstadt Tripolis. Das Ziel der meisten Flüchtlinge ist die italienische Insel Lampedusa. Sie ist etwa 300 Kilometer von der libyschen Küste entfernt.

          Das spanische Rote Kreuz gab unterdessen bekannt, Küstenwache und Guardia Civil hätten vor der andalusischen Küste 115 marokkanische Flüchtlinge in Sicherheit gebracht. Die 92 Männer, zwei Frauen und 21 Minderjährigen befanden sich demnach an Bord von fünf Schlauchbooten vor der andalusischen Küste. Das Rote Kreuz habe sie im Hafen von Barbate in der südlichen Provinz Cádiz in Empfang genommen.

          Die EU-Grenzschutzbehörde Frontex fordert von den Mitgliedstaaten deutlich mehr Personal zur Verstärkung ihrer Kontrollen an den Außengrenzen. Frontex benötige vor allem zum Einsatz in Italien und Griechenland 775 zusätzliche Grenzschutzbeamte, erklärte die Behörde am Montag in Warschau. Damit würde die Anzahl der eingesetzten Frontex-Grenzschützer fast verdoppelt. Die zusätzlichen Einsatzkräfte würden zur Registrierung von Menschen benötigt, die aus Libyen und aus der Türkei kommen.

          Seit Jahresbeginn seien allein in Griechenland und Italien mehr als 470.000 Migranten angekommen, sagte Frontex-Chef Fabrice Leggeri. „Kein Land kann einen solchen Migrationsdruck an seinen Grenzen alleine bewältigen“, sagte er. Frontex stellt selbst keine Grenzschützer an, stattdessen beordern die EU-Länder das Personal für die vor zehn Jahren gegründete Behörde ab.

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