Ungenaue Registrierung : Bis zu 30 Prozent der Flüchtlinge verlassen Ostdeutschland
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Obdach in Thüringen: Flüchtlinge aus Syrien beziehen am 13. Oktober ihre Unterkunft in Gera. Bild: dpa
Der Osten Deutschlands ist als Zufluchtsort offenbar wenig beliebt. Nach Schätzung der Behörden verlassen mehr als ein Viertel der dorthin verteilten Flüchtlinge ihre Unterkünfte und verschwinden.
Bis zu 30 Prozent der auf die ostdeutschen Bundesländer verteilten Flüchtlinge verlassen einem Zeitungsbericht zufolge die Lager kurz nach ihrer Ankunft. In Thüringen mit 26.900 registrierten Flüchtlingen liege die Quote der sogenannten individuellen Abreisen zwischen 20 bis 30 Prozent, berichtet die „Saarbrücker Zeitung“. Genaue Zahlen gebe es wegen der ungenauen Registrierung aber nicht.
In Brandenburg seien in diesem Jahr rund 30.300 Flüchtlinge angekommen, aber nur rund 24.600 auch dort untergebracht, berichtet die Zeitung weiter. Der Rest ist einem Regierungsvertreter zufolge „einfach verschwunden“.
In Sachsen, wo man bis Oktober 45.000 Flüchtlinge registriert habe, sei eine Quote von bis zu 30 Prozent nicht ausgeschlossen, hieß es weiter. Manchmal warteten Angehörige und Bekannte schon an den Eingängen und nähmen Neuzugänge mit, erklärte das sächsische Innenministerium.
In Sachsen-Anhalt zogen den Angaben zufolge elf Prozent der bis Anfang Dezember angekommenen Flüchtlinge weiter. Deswegen seien dort nur 32.600 der ursprünglichen 36.400 Flüchtlingen in der Erstaufnahme. In Mecklenburg-Vorpommern beträgt die Quote der Weiterziehenden nach Angaben des Innenministeriums zehn bis 15 Prozent.