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F.A.Z. exklusiv : Stimmung gegenüber Flüchtlingen in Deutschland kippt nicht

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Hilfsbereit: Ehrenamtliche Helfer sortieren Spenden für Flüchtlinge am 11. September 2015 in Leipzig (Sachsen). Bild: dpa

Trotz der Anschläge in diesem Sommer sind die Deutschen gegenüber Flüchtlingen weiterhin positiv eingestellt. Das zeigt eine Umfrage, die dieser Zeitung vorliegt.

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          Die Anschläge vom Sommer haben wenig Einfluss auf die Stimmung der Deutschen gegenüber Flüchtlingen. Eine neue Studie, die der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vorliegt, gibt Aufschluss darüber, wie sich die Haltung der Bevölkerung im Verlauf der Flüchtlingskrise entwickelt hat. Für die Erhebung hat das Sozialwissenschaftliche Institut der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ab November 2015 in vier Wellen mit dreimonatigem Abstand mehr als tausend Personen befragt.

          Im Juli hatte ein jugendlicher Flüchtling in einem Regionalzug bei Würzburg mit einer Axt mehrere Passagiere schwer verletzt. Ebenfalls im Juli sprengte sich in Ansbach ein Asylbewerber aus Syrien in die Luft. 15 Menschen wurden verletzt.

          Der Aussage, Deutschland stehe mit der Aufnahme von Flüchtlingen „Menschen in existentieller Not zur Seite“, stimmten im November 2015 demnach 88,4 Prozent der Befragten zu. Die Zustimmung zu dieser Aussage sank seitdem nur geringfügig auf zuletzt 85,4 Prozent. Eine Mehrheit der Deutschen hat zudem schon lange auch die möglichen negativen Folgen des Zuzugs im Blick.

          Die 71-Jährige Ursula Preiß erhielt für ihr Engagement den Thüringer Integrationspreis 2015.

          Auch hier ist jeweils die große Stetigkeit der Aussagen bemerkenswert, berichtet die F.A.Z. Im November 2015 befürchteten 60,9 Prozent der Befragten, dass durch den Zuzug die Kriminalität in Deutschland steigen werde. Im August 2016 äußerten dies 62,4 Prozent. Die Sorge, dass Behörden und Polizei die Situation nicht bewältigen können, wurde im November 2015 von 63,9 Prozent geteilt. Im Februar, nach den sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht in Köln, stieg dieser Wert nur unwesentlich auf 65,3 Prozent und liegt mittlerweile bei 59,1 Prozent.

          Unterschiede nicht nur zwischen Osten und Westen

          Die Sorge, dass die Zahl der extremistischen Muslime in Deutschland steigt, haben nahezu unverändert um die siebzig Prozent der Befragten. Die Untersuchung bestätigt auch, dass sich das Meinungsbild zur Flüchtlingsfrage in Ost- und Westdeutschland unterscheiden. Im Osten haben über alle vier Wellen der Untersuchung hinweg mehr als 17 Prozent der Befragten der Aussage zugestimmt, Deutschland werde den Zustrom „ganz sicher nicht“ bewältigen. Im Westen sank dieser Wert von November bis August hingegen von 15,6 auf 11,6 Prozent. Der Anteil der Befragten, die im Osten „eher nicht“ an einen Erfolg glauben, lag zuletzt bei 28,3 Prozent gegenüber 20,4 Prozent im Westen.

          Schlüsselt man die Daten nach Bundesländern auf, ergeben sich gewisse regionale Unterschiede. Hierfür sollte eine Skala von 1 bis 5 Aufschluss geben über die Zuversicht, ob die Herausforderungen der Krise zu bewältigen sind. Der Wert 1 stand dabei für die Aussage: „nein, ganz sicher nicht“, 5  hieß „ja, ganz sicher“. Demnach war in Niedersachsen mit einem auf 3,29 gestiegenen Mittelwert in der August-Umfrage der größte Optimismus zu verzeichnen. In Bayern hingegen sank der Optimismus zuletzt auf den im Vergleich zu anderen westdeutschen Ländern niedrigen Wert von 2,79.

          Persönliche Erfahrungen und persönliches Engagement

          Die vier Erhebungen belegen auch, dass im Lauf der Zeit immer mehr Bürger persönliche Erfahrungen mit Flüchtlingen machen. Die Zahl derjenigen, die laut eigener Aussage noch keine Erfahrungen mit Flüchtlingen hatten, sank im Westen während des Untersuchungszeitraums von 51,6 Prozent auf 33,1 Prozent. Im Osten sank der Wert ebenfalls, allerdings weniger deutlich, von 54,3 Prozent auf 40,1 Prozent. Die Begegnungen mit Flüchtlingen scheinen in der Regel gut zu verlaufen. Die Zahl derer, die über positive eigene Erfahrungen berichten konnten, stieg im Westen von 26,4 kontinuierlich auf zuletzt 37,1 Prozent. Im Osten stieg dieser Wert von 25,2 auf 37,3 Prozent. Die Zahl derer, die negative Erfahrungen angaben, stieg im Westen geringfügig von 8,0 auf 9,7 Prozent. Im Osten sank die Zahl sogar, von 10,6 auf 7,9 Prozent.

          Beim zivilgesellschaftlichen Engagement ergab die Untersuchung, dass sich mehr als achtzig Prozent der Befragen vorstellen können, Sachspenden für Flüchtlinge zu leisten. 46 Prozent der Befragten haben dies mittlerweile schon getan. 21 Prozent der Befragten gaben zuletzt an, selbst auch beim Sortieren oder dem Ausgeben von Hilfsmitteln tätig geworden zu sein. Etwa die Hälfte der Befragten kann sich auch vorstellen, Geld zu spenden, oder Flüchtlinge beim Spracherwerb oder Behördengängen zu unterstützen. Flüchtlinge bei sich zu Hause aufzunehmen, konnten bisher und können sich auch weiterhin etwa 85 Prozent hingegen nicht vorstellen.

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