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Studie zur Flucht nach Europa : Eine einfache Fahrt kostet 7000 Euro

Gerettete Flüchtlinge auf dem Mittelmeer: Viele Schleuser schicken sie auf eine lebensgefährliche Überfahrt. Bild: dpa

Eine Flucht nach Deutschland kostet viel Geld, das gilt heute noch mehr als 2015. Erstmals zeigt eine Studie, für was die Flüchtlinge am meisten aufbringen müssen. Und wieso sie nach Deutschland wollen.

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          Eine Flucht beginnt mit der Entscheidung, zu gehen. Das ist zunächst banal, die jeweiligen Hintergründe können aber sehr unterschiedlich sein. Davor können Jahre der Abwägung liegen, die Entscheidung kann aber auch von einem Moment auf den anderen erfolgen, etwa nach Angriffen in Kriegsgebieten oder weil, beispielsweise in Eritrea oder Syrien, der Einberufungsbefehl zur Armee erfolgt.

          Julian Staib
          (jib.), Politik

          Dann ist Geld in jedem Fall notwendig. Manchmal sind es mehr als 10.000 Euro, manchmal nur 1600. Im Durchschnitt kostete eine Flucht nach Deutschland gut 7000 Euro. Das geht aus der Studie hervor, die das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sowie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung jüngst veröffentlicht haben. Befragt wurden 2300 Personen, die zwischen 2013 und 2016 nach Deutschland gekommen sind. Zum Zeitpunkt der Befragung waren sie anerkannte Flüchtlinge oder Personen, die sich noch im Asylverfahren befunden haben. Es ist die erste repräsentative Studie, die nach der historischen Zuzugswelle Auskunft darüber gibt, wer wie und warum nach Deutschland gekommen ist. Sie enthält, beruhend auf den Antworten der Befragten, Informationen über den Bildungshintergrund von Flüchtlingen und Asylbewerbern, über deren Wertvorstellungen, auch über deren Fluchtgeschichte.

          Kosten für Verkehrsmittel, Schleuser und Unterkunft

          Bisher war – abgesehen von Einzelschicksalen und anekdotischer Evidenz – wenig über Kosten und Ursachen einer Flucht nach Deutschland bekannt. Dabei waren wohl alle der mehr als eine Million Asylsuchenden, die 2015 nach Europa gekommen sind, an irgendeinem Punkt ihrer Flucht auf die Hilfe von Schmugglern angewiesen. Das wiederum geht aus einer Studie der Europäischen Kommission von Ende 2015 hervor.

          Die durchschnittlich gut 7000 Euro für eine Flucht nach Deutschland teilen sich der IAB-Studie zufolge auf rund 3900 Euro für Verkehrsmittel und 3100 Euro für Schleusungen plus Kosten für die Unterkunft auf. Die Flucht aus einem Transitland ist zumeist billiger – sie kostet durchschnittlich 5200 Euro. Zudem gibt es unterschiedliche Angebote, je nach Zielgruppe. Manche buchen für sich und ihre Familie ein „Paket“ vom Heimatland direkt nach Europa. Das beinhaltet gefälschte Pässe, die erforderlichen Visa, Transportmittel und sichere Unterkünfte – und kostet zum Teil mehr als 30.000 Euro. Andere machen sich selbständig auf den Weg und bezahlen dann für eine Teilstrecke Schmuggler, die ihre Dienste vor Ort anbieten. Das ist billiger, aber auch gefährlicher. Viele müssen sich an den Zwischenstationen Geld hinzuverdienen, um die Weiterreise zu finanzieren. So hielten sich 40 Prozent der Personen in einem Transitland auf, bevor sie nach Deutschland gekommen sind.

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