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Studie aus Dresden : „Pegida und AfD sind dasselbe“

Pogida-Demonstranten in Potsdam im Januar Bild: dpa

Wer für Pegida marschiert, wählt offenbar auch AfD: Die Alternative für Deutschland wird laut einer neuen Studie bei Anhängern der Protestbewegung immer beliebter. Den Rechtspopulisten gelinge so die Ausbreitung in ganz Deutschland.

          Einer neuen Studie der TU Dresden zufolge gelingt es der AfD immer besser, im Lager von Pegida Fuß zu fassen. Der Anteil der Teilnehmer, die heute AfD wählen würden, lag im Januar bei 82 Prozent; ein Jahr zuvor waren es noch 58 Prozent, ergab die inzwischen vierte Befragung unter Pegida-Demonstranten durch eine Forschergruppe um den Dresdner Politikwissenschaftler Werner Patzelt.

          Stefan Locke

          Korrespondent für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Dresden.

          Der Anteil der Nichtwähler unter ihnen sank von 31 auf elf Prozent. „Pegida und AfD sind dasselbe und haben nur verschiedene Gestalt“, sagte Patzelt mit Verweise auf AfD-Kundgebungen etwa in Erfurt, wo das gleiche Publikum wie bei Pegida in Dresden zu finden sei. Es sei deshalb eine „bodenlose Verharmlosung“, Pegida weiter als Dresdner oder sächsisches Lokalphänomen aufzufassen. „Es ist vielmehr die Ausbreitung des Rechtspopulismus nach Deutschland.“

          Drei Viertel der Pegida-Teilnehmer, und damit zehn Prozent mehr als im Vorjahr, halten die Demokratie jedoch für grundsätzlich vorteilhaft, knapp 70 Prozent sind aber unzufrieden damit, wie sie in Deutschland funktioniert, 83 Prozent fühlen sich von Parteien und Politikern nicht vertreten. Patzelt spricht von einer „selbstverschuldeten Repräsentationslücke der etablierten Parteien“, in welche die AfD vorstoße; 56 Prozent der Befragten gaben an, der AfD zu vertrauen; ein Jahr zuvor waren das nur 33 Prozent.

          Den Forschern zufolge stehen die Pegidianer politisch klar rechts vom Durchschnitt der Deutschen, dennoch lasse sich im Vergleich zum Vorjahr kein „Rechtsruck“ in der Bewegung feststellen. So gebe es keinerlei Hinweise darauf, dass zu Pegida mehrheitlich Rassisten kämen, den Anteil von Rechtsradikalen und Rechtsextremisten schätzen die Forscher gleichbleibend auf rund 20 Prozent. Vor allem unter den jüngeren Teilnehmern seien jedoch zunehmend Radikale, die über das Internet mobilisiert würden.

          Werner Patzelt ist Politikwissenschaftler aus Dresden: Mehrheitlich handele es sich bei Pegida-Anhängern nicht um Rassisten.

          Viele Demonstranten hätten sich bis zur inneren Kündigung gegenüber der Bundesrepublik verhärtet; auch sank die Bereitschaft unter den Teilnehmern, Bürgerkriegsflüchtlinge und Asylbewerber aufzunehmen von 73 auf 51 Prozent; zudem gibt es unter den Anhängern immer weniger, die selbst einen friedlichen Islam oder friedliche Muslime als zu Deutschland passend empfinden. „Aus besorgten Gutwilligen sind empörte Bürger geworden“, sagte Patzelt. Die Selbstverständlichkeit, sich klar xenophob und islamophob zu äußern, habe zugenommen, ebenso eine raue, bisweilen aggressive Stimmung gegenüber echt oder vermeintlich Andersdenkenden.

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