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Pfarrer als „Neger“ beschimpft : CSU-Politiker treten nach rassistischen Äußerungen zurück

  • Aktualisiert am

Flüchtlinge warten auf ihren Grenzübertritt nach Deutschland. Bild: dpa

Sie sprachen von einer „Flüchtlings-Invasion“ in Bayern und beschimpften den Pfarrer als „Neger“: Nach rassistischen Entgleisungen in einem CSU-Ortsverband haben zwei bayerische Kommunalpolitiker ihren Rücktritt erklärt.

          Nach rassistischen Äußerungen haben zwei Kommunalpolitiker der CSU im oberbayerischen Zorneding personelle Konsequenzen gezogen. Die Ortsvorsitzende Sylvia Boher hatte im Partei-Mitteilungsblatt geschrieben, Bayern werde derzeit von Flüchtlingen überrannt. Es handle sich um eine Invasion. Migranten aus dem afrikanischen Eritrea nannte sie Militärdienstflüchtlinge. Parteichef Horst Seehofer sprach am Montag von inakzeptablen Äußerungen. Mehrere Mitglieder des CSU-Ortsverbandes traten aus der Partei aus.

          Auch Bohers Stellvertreter Johann Haindl war durch ausländerfeindliche Äußerungen in die Kritik geraten. Als der Pfarrgemeinderat die Wortwahl der CSU-Ortsvorsitzenden und Gemeinderätin missbilligte, bezeichnete Haindl den aus dem Kongo stammenden katholischen Pfarrer als „Neger“. Mit dieser Wortwahl für den Sänger Roberto Blanco hatte vor zwei Monaten Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) einen Proteststurm ausgelöst.

          Haindl hatte in der Heimatausgabe des „Münchner Merkurs“ über den Priester gesagt: „Der muss aufpassen, dass ihm der Brem (früherer Pfarrer von Zorneding) nicht mit dem nackerten Arsch ins Gesicht springt, unserem Neger.“ Der CSU-Ortsvize bedauerte die Äußerung danach als „flapsige Bemerkung“.

          Nach heftiger Kritik erklärten Boher und Haindl nach einer Sitzung des örtlichen CSU-Vorstandes am Montagabend ihren Rücktritt, wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete. Das Erzbistum München-Freising hatte die Äußerungen Haindls vergangene Woche bereits als „rassistische Entgleisung“ verurteilt. Auch der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer hatte sich eingeschaltet. Nach einer Sitzung des Parteivorstandes in München sagte der CSU-Chef am Montag zu den Äußerungen seiner Zornedinger Parteifreunde: „Sollte das zutreffen, dann wäre das nicht zu akzeptieren.“

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