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Obama über Merkel : „Ich bin stolz, dass Angela meine Freundin ist“

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Bundeskanzlerin Angela Merkel und Amerikas Präsident Obama vertreiben sich mit Scherzen die Zeit, während sie für das Gruppenfoto auf Schloss Elmau anlässlich des G7-Gipfels am 8. Juni 2015 posieren. Bild: dpa

Der amerikanische Präsident verteidigt die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin. Merkel habe „wahre politische und moralische Führung“ gezeigt, sagt Obama vor seiner Reise nach Hannover.

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          Vor seinem Treffen mit der Bundeskanzlerin am Sonntag in Hannover hat der amerikanische Präsident Barack Obama die Flüchtlingspolitik von Angela Merkel (CDU) gelobt. Deren Haltung sei „mutig“ gewesen – „genauso wie die vieler Deutscher“, sagte Obama der „Bild“-Zeitung vom Samstag. Merkel habe „wahre politische und moralische Führung“ gezeigt.

          Die Flüchtlings- und Einwanderungspolitik sei in jedem Land schwierig, sagte Obama weiter. „Ich glaube jedoch, dass die besten Führungspersönlichkeiten bereit sind, sich auch den schwierigsten Problemen zu stellen – gerade wenn die Lage nicht einfach ist.“ Man könne „nicht einfach unseren Mitmenschen die Tore verschließen, wenn sie in so großer Not sind“, fügte der Präsident hinzu. „Das wäre ein Verrat an unseren Werten.“

          Merkel habe erkannt, „dass es einen geordneten Prozess geben muss, um Neuankömmlinge aufzunehmen und sie in die deutsche Gesellschaft zu integrieren“, sagte Obama der „Bild“. Er mahnte, Deutschland sollte die ganze Last auch nicht alleine „oder mit nur wenigen anderen Staaten gemeinsam“ tragen. Das jüngste Abkommen zwischen der EU und der Türkei sei ein Schritt hin zu einer gerechteren Verteilung dieser Verantwortung.

          Obama sagte, er betrachte Merkel als einen seiner engsten Partner und zeigte sich „stolz darauf, dass Angela meine Freundin ist“. Merkel sei „pragmatisch und konzentriert sich auf das tatsächlich Machbare“. Der Präsident fügte hinzu: „Wenn sie etwas sagt, meint sie es auch. Wenn sie sagt, dass sie etwas machen wird, dann macht sie es. Ich vertraue ihr.“ Die Kanzlerin verkörpere „viele jener Führungsqualitäten, die ich am meisten bewundere“, sagte Obama weiter. Sie lasse sich „von Interessen und Werten gleichermaßen“ leiten. Merkel sei „eine eloquente Stimme und eine Streiterin für Freiheit, Gleichheit und Menschenrechte“, sagte Obama.

          Obama und Merkel werden am Sonntag zur Eröffnung der Hannover-Messe erwartet. Nach Angaben des Weißen Hauses will Obama bei seinem Besuch für das geplante Freihandelsabkommen TTIP werben. Am Samstag werden zehntausende Menschen in Hannover zu einer Großdemonstration gegen TTIP erwartet.

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