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Neue Äußerung von Festerling : Will auch Pegida schießen?

  • -Aktualisiert am

Festerling will weiterhin die „Mistgabeln in die Hand nehmen“, um die Eliten zu vertreiben. Bild: Reuters

Pegida-Frontfrau Festerling ruft zu Gewalt gegen Flüchtlinge auf. Wenn Migranten die Grenze überquerten und nicht festgenommen würden, sollte man sie erschießen.

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          Die Rednerin der Pegida-Bewegung, Tatjana Festerling, hat abermals zu Gewalt aufgerufen. In einem Interview mit „MailOnline“, der Internetseite der britischen Boulevardzeitung „Daily Mail“, erklärte Festerling Anfang dieser Woche, dass jetzt „alle“ die „Mistgabeln in die Hand nehmen und die Eliten vertreiben“ müssten.

          Stefan Locke
          Korrespondent für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Dresden.

          Auf die Frage nach dem Umgang mit weiter eintreffenden Flüchtlingen, zitiert das Portal die 51-Jährige wörtlich: „Wenn sie weiterhin über die Grenze kommen und man sie nicht festnehmen kann, erschießt sie.“ Ihre Aussagen bekräftigte sie mit dem Satz „In Zeiten wie diesen: Scheiß auf den Anstand“. Deutschland sei derzeit „eine Freiluftpsychiatrie mit der Geisteskrankheit ‚Politische Korrektheit’“. Pegida erhebe sich überall auf der Welt, um Boden wieder gut zu machen, welcher der politischen Korrektheit geopfert wurde.

          Allerdings war ein Anfang Februar von Pegida initiierter europaweiter Aktionstag rechtspopulistischer Bewegungen ein Misserfolg; in mehreren Städten kamen jeweils nur wenige hundert Menschen zusammen, darunter auch in Warschau, wo Festerling vor Hooligans auftrat. Im Interview mit „MailOnline“ erklärte Festerling, Hooligans zu mögen; darüber hinaus könne sie gut verstehen, warum Männer heute zu Hooligans würden. Das sei „eine Rebellion gegen unsere feminisierte Kultur, die Frauen und Muslime fördert und weißen Männern den Krieg erklärt.“ Die Islamisierung Europas sei längst in vollem Gange, Kirchen müssten Kreuze abnehmen, in Kindergärten werde Schweinefleisch verboten, auf den Straßen patrouilliere eine Scharia-Polizei und ganz Westdeutschland sei bereits ein Kalifat.

          Der einstige Pegida-Vizechef René Jahn, der den Verein zusammen mit fünf weiteren Vorstandsmitgliedern im Januar vergangenen Jahres wegen zu radikaler Tendenzen verlassen hatte, erklärte gegenüber den Reportern der britischen Boulevardzeitung, dass Festerling gezielt Panik schüre. „Ich weiß, wie Pegida funktioniert“, sagte das 50 Jahre alte einstige Gründungsmitglied. Man nehme extreme Einzelfälle, übertreibe diese und erkläre sie zum Massenphänomen in ganz Deutschland. „Aber aus Kirchen werden keine Moscheen, Westdeutschland ist kein Kalifat, in Kindergärten ist Schweinefleisch nicht verboten, und es gibt keine Scharia-Polizei.

          Journalisten bezeichnete Festerling als „Schmierfinken“

          Festerling warf Jahn daraufhin Aufmerksamkeitsheischerei sowie Narzismus vor. Darüber hinaus relativierte sie auf ihrer Internetseite am Mittwoch ihre Aussagen zum Schießbefehl und warf den britischen Reportern Zuspitzung und Skandalisierung vor. Dass als ultima ratio auch geschossen werden müsse, sei aber korrekt, sie sehe da kein Problem. Journalisten und regionale Medien, die ihre Aussagen aus dem Interview aufgegriffen hatten, bezeichnete sie als „Schmierfinken“ und „Lügenpresse“.

          Festerling, die 2014 die AfD in Hamburg mitgegründet hatte, zählt zu den radikalsten Rednern bei Pegida; erst Ende Januar hatte sie in Leipzig offen zu Gewalt gegen Politiker, Presse und Kirchen aufgerufen. Daraufhin gingen mehrere Strafanzeigen wegen des Verdachts der Volksverhetzung bei der Staatsanwaltschaft ein. Die Justiz ermittelt bereits in mehreren Fällen gegen Festerling wegen hetzerischer Äußerungen.

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