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Mittelmeer : Deutsche Flüchtlingshelfer von libyscher Küstenwache festgenommen

  • Aktualisiert am

Mitarbeiter der Initiative „Sea Eye“ bei der Taufe ihres Kutters im Februar in Rostock Bild: dpa

Zwei deutsche Mitarbeiter einer privaten Flüchtlingsmission sind laut Behördenangaben unerlaubt in libysches Hoheitsgebiet eingedrungen. Die Initiative gibt an, bislang 4000 Migranten aus Seenot gerettet zu haben.

          Zwei deutsche Flüchtlingshelfer sind von der libyschen Küstenwache festgenommen worden. Ein Sprecher der Küstenwache sagte der Deutschen Presse-Agentur am Samstag, sie seien mit ihrem Speedboot aus tunesischen Gewässern kommend ohne Erlaubnis in libysches Hoheitsgebiet eingedrungen. Das Boot gehöre der privaten Rettungsmission „Sea-Eye“.

          Das Mutterschiff von „Sea-Eye“, ein unter niederländischer Flagge fahrender fast 60 Jahre alter Trawler, war nach Angaben der Zeitung „Libya Herald“ am Samstag auf dem Weg von Malta Richtung libysche Küste. Die private deutsche Rettungsmission will bei Einsätzen fast 4000 Migranten aus Seenot gerettet haben, schrieb die Zeitung.

          Mehrere kleine Kinder gerettet

          Die italienische Küstenwache meldete am Samstag zudem die Rettung von rund 2300 Flüchtlingen im Mittelmeer. Die Migranten, darunter mehrere sehr kleine Kinder, waren demnach in insgesamt 17 Schlauchbooten und einem Fischerboot unterwegs. An der Rettungsaktion beteiligten sich auch ein spanisches Schiff und ein Schiff der irischen Marine sowie mehrere Schiffe humanitärer Organisationen.

          Die italienische Marine und die Küstenwache sind mit mehreren Schiffen vor der libyschen Küste im Einsatz, um gegen Schlepper zu kämpfen und Flüchtlingen in Seenot zu Hilfe zu kommen. Ende August kamen besonders viele Flüchtlinge nach Italien. So wurden binnen fünf Tagen rund 14.000 Menschen aus Seenot gerettet. Zwischen dem 1. Januar und dem 1. September gelangten laut dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR 117.590 Flüchtlinge über das Mittelmeer an die Küsten Italiens.

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