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Ministerpräsident Albig : „Auch Deutschland hat gegen Dublin-Abkommen verstoßen“

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Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig im Aufnahmezelt einer Flüchtlingsunterkunft in Kiel (September 2015) Bild: dpa

Flüchtlinge unregistriert in ihre Wunsch-Zielländer weiterreisen lassen, unter Missachtung geltender EU-Regeln - das habe Deutschland auch getan, sagt Torsten Albig. Der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein nennt eine hohe Zahl.

          Über Schleswig-Holstein sind nach Einschätzung von Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) in diesem Jahr wohl mehr als 60.000 Flüchtlinge unregistriert nach Skandinavien gereist. „Zur Wahrheit gehört also, dass wir damit auch gegen Dublin III verstoßen haben, aber zugleich für Entlastung in Deutschland gesorgt haben“, sagte Albig der Zeitung „Die Welt“. Nach dem Dublin-Abkommen müssen Asylbewerber von den EU-Mitgliedsländern aufgenommen werden, in denen sie als erstes in der Europäischen Union ankommen.

          Die Behörden hätten diese Flüchtlinge offiziell nie gezählt, weil diese klar gesagt hätten, dass sie nach Schweden wollten, sagte Albig. „Bisher machen wir ja im Kern nichts anderes als die Österreicher, denen Deutschland vorgeworfen hat, die Flüchtlinge zu uns durchreisen zu lassen.“ Man spreche sich aber intensiv mit Kopenhagen und Stockholm ab, sagte der SPD-Politiker.

          Viele bleiben in Deutschland

          Seit dem Herbst sei die Zahl der durchreisenden Flüchtlinge deutlich zurückgegangen. „Die Flüchtlinge sind in der Regel gut informiert“, sagte Albig mit Blick auf verschärfte Grenzkontrollen in Schweden und Dänemark. Sie „versuchen dann erst gar nicht, über Schleswig-Holstein nach Schweden zu kommen, sondern bleiben dann in Deutschland nach unseren Verteilregeln.“

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