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Alternativrouten in den Westen : Kroatien lässt Migranten aus Serbien passieren

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Auf dem Weg nach Westeuropa: Junge Frau nach dem Grenzübertritt im kroatischen Tovarnik Bild: Reuters

Aus Serbien einreisende Flüchtlinge dürfen Kroatien auf ihrem Weg nach Westeuropa passieren. Das teilte der kroatische Ministerpräsident Zoran Milanovic in Zagreb mit.

          Nach der Schließung der ungarisch-serbischen Grenze hat eine erste Gruppe von Flüchtlingen die Grenze zwischen Serbien und Kroatien passiert. Der kroatische Ministerpräsident Zoran Milanovic sagte am Mittwochvormittag, dass über Nacht 150 Flüchtlinge aus Serbien kommend nach Kroatien eingereist seien. „Sie werden Kroatien durchqueren können, und wir werden ihnen dabei helfen“, kündigte Milanovic an.

          Vorher hatten das kroatische Staatsfernsehen und große Zeitungsportale des Landes berichtet, dass viele Flüchtlinge, vor allem Frauen und Kinder, die Grenze erreicht hätten. Sie seien sowohl mit dem Bus als auch mit Taxen in die serbische Grenzstadt Sid gekommen. Unmittelbar nach ihrer Ankunft hätten sie versucht, zu Fuß über die grüne Grenze nach Kroatien zu gelangen. Der Weg von Serbien über Kroatien gilt als neue Ausweichroute für Flüchtlinge, die nach Österreich und Deutschland wollen.

          Die kroatische Staatspräsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic verlangte von der Regierung die Einberufung des nationalen Sicherheitsrates. Es müsse mit einem Ansturm von Flüchtlingen gerechnet werden, begründete sie ihre Forderungen in einem Brief, aus dem die Zeitung „Jutarnji list“ zitierte. Bisher hatte die Regierung versichert, sie habe ausreichende Vorbereitungen für die eventuelle Ankunft der Flüchtlinge getroffen, ohne aber Details mitzuteilen.

          Freundliche Weiterleitung: Migranten und Grenzpolizisten am Mittwoch im kroatischen Tovarnik Bilderstrecke

          In Ungarn zog die Polizei nach dem Inkrafttreten verschärfter Einwanderungsregeln derweil eine erste Bilanz: Demnach wurden am Dienstag 367 Flüchtlinge und Migranten bei dem Versuch festgenommen, die Grenze nach Ungarn zu überwinden. 316 von ihnen sollen sich wegen Beschädigung des Grenzzauns verantworten, die übrigen 51 wegen Verletzung der Einwanderungsregeln. Auf die Beschädigung der Grenzanlage stehen neuerdings fünf Jahre Haft, auf den unerlaubten Grenzübertritt bis zu drei Jahre.

          Seit Jahresbeginn gelangten damit mehr als 200.000 Flüchtlinge und Migranten über Ungarn in die Europäische Union; die meisten von ihnen wollten nach Deutschland. Für Montag, den letzten Tag vor der Einführung der neuen Regelungen, gaben die ungarischen Behörden die Zahl der eintreffenden Flüchtlinge mit 9380 an.

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