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Kleinstadt in Sachsen-Anhalt : Buttersäure-Anschlag vor Fest gegen Rechts

  • Aktualisiert am

Nur Tage vor dem Buttersäure-Anschlag in Gräfenhainichen hatten Unbekannte diese noch unbewohnte Flüchtlingsunterkunft in der Stadt attackiert. Bild: ZB

Kurz vor einem Bürgerfest gegen eine rechte Demonstration in Gräfenhainichen verschütten Unbekannte übelriechende Buttersäure. Jetzt ermittelt die Polizei.

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          Unbekannte haben mehrere Gläser mit Buttersäure auf dem Kirchplatz im Kreis Wittenberg zerschlagen und die übelriechende Flüssigkeit verschüttet. Die Tat geschah am Samstagvormittag - kurz vor einem Bürgerfest für eine weltoffene Stadt, wie ein Polizeisprecher in Dessau-Roßlau sagte.

          Die Feuerwehr konnte den Platz rechtzeitig reinigen. Rund 200 Menschen kamen am Nachmittag zu dem bunten Fest, das die Initiative „Offen. Bunt. Anders.“ organisierte. Sie stellten sich damit einer Demonstration von rund 150 „besorgten Bürgern“ entgegen. Nach Angaben der Polizei verliefen beide Aktionen zunächst ruhig.

          Ob der Anschlag dem Bürgerfest galt, konnte die Polizei zunächst nicht klären. Die Beamten ermittelten in alle Richtungen, wie eine Polizeisprecherin vor Ort sagte. Steffen Andersch vom Projekt „GegenPart - Mobiles Beratungsteam gegen Rechtsextremismus in Anhalt“ verurteilte den Buttersäure-Anschlag scharf. Die Scherben der zersprungenen Gläser waren tagsüber noch auf dem Boden des Platzes zu sehen. Er sah die Attacke als Versuch, das Fest für Weltoffenheit zu verhindern.

          Erst am Donnerstag hatten Unbekannte in der Stadt eine geplante Flüchtlingsunterkunft verwüstet. Sie öffneten die Wasserhähne in dem ehemaligen Bürogebäude. Auf einer asphaltierten Zufahrtsstraße hinterließen sie die fremdenfeindliche Botschaft „Refugees not welcome“ („Flüchtlinge nicht willkommen“). Der Schaden beläuft sich auf rund 80.000 Euro.

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