https://www.faz.net/-gpf-8hk64

Katholikentag : De Maizière: AfD beleidigt Hunderttausende ehrenamtliche Helfer

Thomas de Maiziere, der Innenminister beim Kirchentag Bild: dpa

Der bayrische AfD-Vorsitzende wirft der Caritas vor, mit der Flüchtlingskrise Millionen zu verdienen. Das ruft Innenminister De Maizière auf den Plan.

          1 Min.

          Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat die Arbeit der kirchlichen Wohlfahrtsorganisationen gegen Anwürfe seitens der AfD verteidigt. Es sei eine „Beleidigung“ Hunderttausender Ehrenamtlicher, wenn Caritas und Diakonie vorgeworfen werde, sie würden mit Flüchtlingen ein Millionengeschäft machen, sagte de Maizière am Freitag auf dem Katholikentag in Leipzig.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

          Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) kritisierte, anstatt selbst etwas zu tun, beleidige die AfD diejenigen, die sich solidarisch verhielten. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CSU) sagte der „Rheinischen Post“, die Äußerungen zeigten, „wes Geistes Kind diese Leute sind“. Ein Sprecher der katholischen Bischöfe bezeichnete die Vorwürfe als „Gequatsche“.

          Der bayerische AfD-Landesvorsitzende Petr Bystron hatte den Kirchen am Donnerstag vorgeworfen, unter dem Deckmantel der Nächstenliebe ein „Milliardengeschäft“ zu betreiben. Zur Begründung hatte Bystron behauptet, Caritas und Diakonie seien „Branchenführer“ bei der Flüchtlingsaufnahme und hätten daher aus kommerziellen Gründen ein Interesse an einer Aufrechterhaltung der Flüchtlingsströme.

          Stark in der Integrationsarbeit engagiert

          Der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen pflichtete Bystrons Kritik am Freitag bei: „Das ist schon so“, sagte Meuthen. Der Generalsekretär des Deutschen Caritas-Verbands, Georg Cremer, widersprach gegenüber der F.A.Z. und sagte, diese Behauptungen träfen nicht zu. Die meisten Erstaufnahmeeinrichtungen würden vom Deutschen Roten Kreuz betrieben.

          Einrichtungen und Dienste von Diakonie und Caritas seien dagegen sehr stark in der Integrationsarbeit engagiert. Diese Aufgaben würden in erheblichem Maß öffentlich finanziert. Allerdings wendeten die Kirchen für die Integration Schutzsuchender in erheblichem Umfang Eigenmittel auf.

          De Maizière rechtfertigte in diesem Zusammengang abermals das Rücknahmeabkommen mit der Türkei. Bislang seien überwiegend nicht diejenigen nach Deutschland gekommen, die am meisten des Schutzes bedurft hätten, sondern diejenigen, die das meiste Geld gehabt hätten, um Schlepper zu bezahlen. Das Abkommen zerstöre deren Geschäftsmodell und ermögliche ein „großzügigeres Resettlement-Programm“.

          Weitere Themen

          Die Welt steht in Flammen Video-Seite öffnen

          Greta Thunberg : Die Welt steht in Flammen

          Die junge Klimaschützerin aus Schweden sagt beim Weltwirtschaftsforum in Davos, es gehe nicht um Parteipolitik. Weder die Rechte noch die Linke noch die Mitte hätten Lösungen für die Klimakrise.

          Kein guter Stern

          Rückzug Di Maios : Kein guter Stern

          Vom einstigen Höhenflug der Fünf-Sterne-Bewegung in Italien ist kaum noch etwas zu spüren. Dass Außenminister Luigi di Maio jetzt offenbar die Konsequenzen ziehen und als Parteichef zurücktreten will, dürfte die Bewegung weiter schwächen.

          Topmeldungen

          Impeachment-Verfahren im Senat : Scheitern mit Ansage

          Gut zwölf Stunden dauerte der erste Tag des Prozesses gegen Donald Trump im Senat. Dabei ging es nur um die Verfahrensregeln. Die Demokraten stellten lauter Änderungsanträge. Die Republikaner schmetterten alles ab.
          Ein kleiner Schritt für die Menschheit: Mit jedem gestreamten Video vergrößert sich unser ökologischer Fußabdruck.

          Klimawandel : Dürfen wir noch streamen?

          Jedes Video, das wir online ansehen, schadet dem Klima. Denn die Datenströme verbrauchen große Mengen an Energie. Ist eine Staffel „Game of Thrones“ also so schlimm wie ein Inlandsflug?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.