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Katholikentag : De Maizière: AfD beleidigt Hunderttausende ehrenamtliche Helfer

Thomas de Maiziere, der Innenminister beim Kirchentag Bild: dpa

Der bayrische AfD-Vorsitzende wirft der Caritas vor, mit der Flüchtlingskrise Millionen zu verdienen. Das ruft Innenminister De Maizière auf den Plan.

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          Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat die Arbeit der kirchlichen Wohlfahrtsorganisationen gegen Anwürfe seitens der AfD verteidigt. Es sei eine „Beleidigung“ Hunderttausender Ehrenamtlicher, wenn Caritas und Diakonie vorgeworfen werde, sie würden mit Flüchtlingen ein Millionengeschäft machen, sagte de Maizière am Freitag auf dem Katholikentag in Leipzig.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

          Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) kritisierte, anstatt selbst etwas zu tun, beleidige die AfD diejenigen, die sich solidarisch verhielten. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CSU) sagte der „Rheinischen Post“, die Äußerungen zeigten, „wes Geistes Kind diese Leute sind“. Ein Sprecher der katholischen Bischöfe bezeichnete die Vorwürfe als „Gequatsche“.

          Der bayerische AfD-Landesvorsitzende Petr Bystron hatte den Kirchen am Donnerstag vorgeworfen, unter dem Deckmantel der Nächstenliebe ein „Milliardengeschäft“ zu betreiben. Zur Begründung hatte Bystron behauptet, Caritas und Diakonie seien „Branchenführer“ bei der Flüchtlingsaufnahme und hätten daher aus kommerziellen Gründen ein Interesse an einer Aufrechterhaltung der Flüchtlingsströme.

          Stark in der Integrationsarbeit engagiert

          Der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen pflichtete Bystrons Kritik am Freitag bei: „Das ist schon so“, sagte Meuthen. Der Generalsekretär des Deutschen Caritas-Verbands, Georg Cremer, widersprach gegenüber der F.A.Z. und sagte, diese Behauptungen träfen nicht zu. Die meisten Erstaufnahmeeinrichtungen würden vom Deutschen Roten Kreuz betrieben.

          Einrichtungen und Dienste von Diakonie und Caritas seien dagegen sehr stark in der Integrationsarbeit engagiert. Diese Aufgaben würden in erheblichem Maß öffentlich finanziert. Allerdings wendeten die Kirchen für die Integration Schutzsuchender in erheblichem Umfang Eigenmittel auf.

          De Maizière rechtfertigte in diesem Zusammengang abermals das Rücknahmeabkommen mit der Türkei. Bislang seien überwiegend nicht diejenigen nach Deutschland gekommen, die am meisten des Schutzes bedurft hätten, sondern diejenigen, die das meiste Geld gehabt hätten, um Schlepper zu bezahlen. Das Abkommen zerstöre deren Geschäftsmodell und ermögliche ein „großzügigeres Resettlement-Programm“.

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