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Im Fall des „Brexit“ : Frankreich droht England mit tausenden Flüchtlingen

  • Aktualisiert am

Ein Migrant im berüchtigten Flüchtlingslager „Jungle“ am Stadtrand von Calais Bild: dpa

Bislang lässt Frankreich keine Flüchtlinge vom Festland aus nach Großbritannien reisen. Wenn es zum „Brexit“ kommt, ist damit Schluss, droht Wirtschaftsminister Emmanuel Macron.

          Der französische Wirtschaftsminister Emmanuel Macron hat am Donnerstag damit gedroht, die Flüchtlinge aus Calais nach Großbritannien weiterreisen zu lassen, sollte sich das Land für einen „Brexit“ entscheiden. „An dem Tag, an dem sich die Beziehungen auflösen, wird es keine Migranten mehr in Calais geben", sagte der Minister im Gespräch mit der Zeitung  „Financial Times“.

          Der britische Premierminister David Cameron will am Donnerstag mit Präsident Francois Hollande über die Situation in Calais beraten. Bislang verpflichtet sich Frankreich, keine Flüchtlinge und andere Migranten nach Großbritannien ausreisen zu lassen. Gelingt es Flüchtlingen doch, auf die Insel zu gelangen, nimmt Frankreich sie wieder auf.

          Doch damit werde es ein Ende haben, sollte Großbritannien die EU verlassen, warnte Macron. Ein EU-Austritt werde auch die bilateralen Verträge zur Grenzsicherung in Frage stellen. Die französischen Behörden sind dabei, ein Teil des wilden Flüchtlingslagers in der Nähe von Calais zu räumen. Die Räumungsarbeiten sollen sich noch über mehrere Wochen hinziehen.

          Keine Flüchtlinge mehr in Calais, das verspricht Frankreichs Wirtschafsminister Emmanuel Macron, sollten sich die Briten für einen „Brexit“ entscheiden.

          In dem Flüchtlingslager in Calais, das unter dem Namen „Dschungel“ bekannt geworden ist, sammeln sich seit Jahren Menschen, die illegal nach Großbritannien gelangen wollen. Sie versprechen sich dort bessere Chancen, viele wollen deshalb kein Asyl in Frankreich beantragen. Nach Behördenangaben halten sich derzeit etwas weniger als 4000 Migranten dort auf. Sie leben unter teils Slum-ähnlichen Bedingungen.

          Räumung des „Dschungel“ hat begonnen

          Die Behörden hatten vergangene Woche per Gerichtsentscheid die Erlaubnis erhalten, den südlichen Teil des Lagers zu räumen. Unterpräfekt Berton betonte, die Bedingungen dort seien gesundheitsschädlich. Von den etwa sieben bis acht Hektar, die geräumt werden sollen, sei etwa ein Hektar geschafft. Vor allem am Montag, dem ersten Tag der Räumung, war es zu Auseinandersetzungen zwischen Migranten, Aktivisten und der Polizei gekommen. Dabei setzte die Polizei auch Tränengas ein. Mehrfach mussten Feuer in diesem Teil des Lagers gelöscht werden.

          Innenminister Bernard Cazeneuve hatte bekräftigt, die Arbeiten würden trotz des Widerstands „in Ruhe und mit System“ fortgesetzt. Die Räumung soll sich längere Zeit hinziehen. Die Migranten sollen in Aufnahmezentren untergebracht werden, die im ganzen Land eröffnet wurden.

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