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Vor dem Tunnel in Calais : Großbritannien baut Mauer gegen Flüchtlinge

  • Aktualisiert am

Bild: AFP

Flüchtlinge sollen künftig durch eine Mauer in Calais daran gehindert werden, über den Tunnel von Frankreich nach England zu fliehen. Der Plan stößt auf viel Kritik, der britische Minister für Migration hält daran fest.

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          Zeitungsberichten des „Guardian“ und des „Independent“ zufolge bestätigte der britische Minister für Migration, Robert Goodwill, den Bau einer vier Meter hohen Mauer entlang der Zufahrtsstraßen der Autobahn im französischen Hafengebiet in Calais. Flüchtlinge sollen daran gehindert werden, dort über den Tunnel am Ärmelkanal nach England zu gelangen. Der Schutzwall sei Teil eines 17 Millionen Pfund teuren britisch-französischen Sicherheitspaketes, mit dem unter anderem Vorkehrungen am Hafen von Calais getroffen werden sollen. Goodwill sagte dem innenpolitischen Komitee: „Die Leute kommen immer noch durch. Wir haben Zäune errichtet, jetzt bauen wir eine Mauer.“

          Der Bau der einen Kilometer langen Mauer soll noch in diesem Monat beginnen. Pläne vom Juli zeigen, dass die Mauer an beiden Seiten der Straße aus glatten Betonwänden bestehen soll, um das Überklettern zu erschweren. 1, 9 Millionen Pfund soll der Mauerbau kosten. Noch Ende des Jahres soll die Schutzmauer fertiggestellt werden. Einwohner kritisieren den Bau und nennen die Mauer bereits „die große Mauer von Calais“. Francois Guennoc von der französischen Flüchtlingshilfsorganisation „Auberge des Migrants“ glaubt, so schreibt der „Guardian“, das hindere Flüchtlinge nicht, sondern führe nur zu einer größeren Umrundung der Mauer.

          Erst am Montag hatten Landwirte und LKW-Fahrer allerdings die Autobahn in Calais blockiert, um ihrer Forderung nach einer baldigen Räumung des „Dschungel“-Flüchtlingscamps um das Hafengebiet Ausdruck zu verleihen. Immer wieder stoppen Flüchtlinge vor dem Eingang des Hafens von Calais mit Barrikaden Lastwagen, um an Bord der Fahrzeuge versteckt auf Fähren zu gelangen. Transportunternehmen kritisieren die Zustände schon lange.

          Goodwill hält daher daran fest, dass die Mauer gut und notwendig sei, um das Hafengebiet des Kanals zu schützen. Der Konservative ist  seit dem 16. Juli Minister für Migration.

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