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Flüchtlingskrise : Gabriel fordert Russland und Amerika zur Hilfe auf

  • Aktualisiert am

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel am Samstag in Hildesheim Bild: dpa

Vizekanzler Gabriel sieht Deutschland am Rande seiner Belastbarkeit. Er drängt auf eine zügige europäische Lösung der Flüchtlingskrise mit Hilfe von Russland und den Vereingten Staaten, die in den Herkunftsländern ansetzen muss.

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          Angesichts des massiven Flüchtlingszustroms nach Deutschland hat SPD-Chef Sigmar Gabriel auf eine schnelle europäische Lösung gepocht. „Deutschland sieht sich in einer Situation, wo wir an Grenzen stoßen“, sagte Gabriel in Hildesheim. Das Tempo des Zuzugs müsse gedrosselt werden. „Sonst wird unser Land in eine Situation hineinkommen, wo die  Hilfsbereiten sagen 'Wir schaffen das nicht mehr'", warnte Gabriel.

          Es könne nicht sein, dass Deutschland, Österreich und Schweden die Großzahl aller Flüchtlinge aufnehmen. „Wenn Europa scheitert, dann nicht an Griechenland, sondern daran, dass Europa droht, seine humanitäre Orientierung zu verlieren.“

          Mehr Geld sei für die internationalen Hilfsprogramme nötig, auch von den Amerikanern, meinte Gabriel. Eine Beendigung des Krieges in Syrien sei nur mit einer Einbindung Russlands möglich, betonte Gabriel. „Wir müssen dafür sorgen, dass dort die Gewalt ein Ende hat, dafür brauchen wir die USA, aber auch Russland.“

          Der SPD-Chef warnte davor, die Flüchtlinge aus den Balkanländern abfällig als Wirtschaftsflüchtlinge zu bezeichnen, nötig seien wirtschaftliche Hilfen für diese Länder. „Wir brauchen so etwas wie einen Marshallplan für Osteuropa.“ Außerdem müsse eine legale Zuwanderung über ein Zuwanderungsgesetz geschaffen werden.

          Im Tagesspiegel forderte der Vizekanzler ein Sofortprogramm zur Unterstützung von Flüchtlingen etwa in Jordanien und im Libanon. Deutschland und Europa sollten zusammen eine Soforthilfe von 1,5 Milliarden Euro für Nahrung, Unterkunft und vor allem für Schulen in den größten Flüchtlingscamps zur Verfügung stellen. Die Golfstaaten und die Vereinigten Staaten seien dazu aufgerufen, die Flüchtlinge in den Lagern jeweils mit dem gleichen Betrag zu unterstützen.

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