https://www.faz.net/-gpf-8bl5i

Fremdenfeindliche Motive : Zahl rechtsextremer Straftaten steigt weiter stark

  • Aktualisiert am

Eine geplante Flüchtlings-Notunterkunft ist nach einem Feuer am 12. Oktober 2015 in Boizenburg (Mecklenburg-Vorpommern) stark beschädigt und unbewohnbar. Bild: dpa

Im Monat Oktober ist die Zahl rechtsextremer Straftaten weiter stark angestiegen. Die meisten Übergriffe richten sich gegen Flüchtlinge. Bei der Verfolgung der Täter tut sich die Polizei offenbar schwer.

          Die Zahl rechtsextremer Straftaten in Deutschland steigt weiter. Die Polizei registrierte in den ersten zehn Monaten des zu Ende gehenden Jahres laut Medienberichten nach vorläufiger Zählung 11.312 Delikte von Neonazis und anderen Rechtsextremen.

          Das waren schon mehr als im gesamten Jahr 2014 zusammen, als die Polizei in ihren vorläufigen Monatsmeldungen nur 10.541 rechtsextreme Delikte registrierte, wie die Zeitung „Tagesspiegel“  berichtet. Die Zahlen stehen in einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion im Bundestag.

          In den ersten zehn Monaten dieses Jahres wurden demnach unter anderem 759 Gewalttaten festgestellt, bei denen 582 Menschen verletzt wurden. Von den ermittelten 5.970 Tatverdächtigen wurden 151 vorläufig festgenommen.

          Haftbefehle gab es nur neun. Erfahrungsgemäß werde die Polizei weitere Taten nachmelden, so dass davon auszugehen sei, dass die Deliktzahlen für die ersten zehn Monate noch weiter wachsen werden, hieß es. Im gesamten Jahr 2014 wurden in der vorläufigen Statistik 496 Gewalttaten mit 431 Verletzten gezählt.

          Ein wesentlicher Grund für den weiteren Anstieg in diesem Jahr sei die Zunahme sogenannter fremdenfeindlicher Straftaten.

          Bis Oktober zählte die Polizei 3.155 Straftaten, die sich gegen Flüchtlinge und andere Migranten richteten. Das bedeutet einen Anstieg um mehr als 40 Prozent gegenüber entsprechenden Delikten in den monatlichen Meldungen der Polizei für das komplette Jahr 2014.

          Zwar zeichne sich die Zunahme rechtsextremer Kriminalität schon länger ab. Allerdings sei der Oktober in diesem Jahr „der schlimmste Monat überhaupt“, heißt es in dem Zeitungsbericht weiter. Die Polizei zählte 1.717 rechtsextreme Delikte, darunter 759 Gewalttaten mit 582 Verletzten.

          Die Linken-Politikerin Petra Pau sprach von einem „gefährlichen Rekord“, wie die Tageszeitung „Neues Deutschland“ am Wochenende berichtete. Die registrierte Zahl rechtsextremer Straftaten liege im Oktober doppelt so hoch wie im langjährigen Schnitt.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Regierungskrise in Italien : Mit dem „Plan Ursula“ gegen Salvini?

          Der Streit um das Rettungsschiff „Open Arms“ dauert an – und in Rom wird weiter über Szenarien zur Überwindung der Regierungskrise spekuliert. Ein prominenter Politiker stellt sich nun hinter einen Plan zur Bildung einer breiten Front gegen den italienischen Innenminister.

          Rückschlag für Paris : Neymar macht Tuchel das Leben schwer

          Paris ist schon seit einiger Zeit nicht mehr das Fußball-Paradies für den deutschen Trainer. Seine Reputation in der Öffentlichkeit und die Autorität innerhalb des Klubs sind beeinträchtigt. Und dann ist da ja noch Neymar.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.