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Frank-Jürgen Weise : Merkels bester Bürokrat

Frank-Jürgen Weise Bild: Tobias Schmitt

Die Bundeskanzlerin macht Deutschlands obersten Job-Vermittler auch zum Chef des Flüchtlingsamts. Er soll dort zusammenbringen, was zusammengehört.

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          Super-Frank, übernehmen Sie! Dieser Satz von Angela Merkel ist natürlich nicht verbürgt. Was allerdings stimmt, ist: Die Kanzlerin hat gerade Frank-Jürgen Weise zum obersten Flüchtlingsmanager Deutschlands gemacht. Denn Weise ist ab sofort nicht nur Chef der Bundesagentur für Arbeit mit mehr als 100.000 Stellen. Sondern auch noch Präsident des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge. Das ist Deutschlands am schnellsten wachsende Behörde mit bald schon 4800 Mitarbeitern. Weise hat jetzt also zwei Hüte auf.

          Peter Carstens

          Politischer Korrespondent in Berlin

          Markus Wehner

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Er verbindet nun in Personalunion auch Gegenwart und Zukunft einer großen Aufgabe: Damit die Flüchtlinge sich auf den Weg in diese Gesellschaft machen können, müssen Asylverfahren rasch bearbeitet werden. Und sie müssen Deutsch lernen. Dann geht es sogleich weiter: Denn ohne Berufsbildung und Erwerbstätigkeit werden die bald eine Million Neubürger auf die Dauer die Integration nicht schaffen.

          Integration durch Arbeit, dieses Rezept hat sich in den vergangenen Jahren bewährt. Je schneller das gelingt, je kürzer die Zeit zwischen Ankunft, erstem Spracherwerb und praktischer Tätigkeit ist, desto besser für die Flüchtlinge, desto besser für alle. Denn wenn diejenigen, die nun dankbar und froh bei uns ankommen, zu lange untätig herumsitzen in Turnhallen oder Zelten, werden sie schwermütig oder aggressiv. Deshalb eilt es.

          Die Bundesagentur für Arbeit ziemlich effektiv gemacht

          Und deshalb jetzt Frank-Jürgen Weise. Am Freitagvormittag machte die Kanzlerin ihre Entscheidung mit den beiden zuständigen Ministern Andrea Nahles und Thomas de Maizière klar. So schnell, dass auch manche wichtige Person in den beteiligten Häusern darüber nicht im Bilde war. De Maizière und Nahles durften dann Weise über den grünen Klee loben.

          Getroffen hatte sich Merkel mit Weise schon vor zehn Tagen im Kanzleramt. Dabei waren auch Kanzleramtschef Peter Altmaier und der damalige Chef des Bundesamts Manfred Schmidt. Es ging um die Zusammenarbeit beider Häuser in der Flüchtlingskrise. Schmidt trat am Donnerstag zurück, aus „persönlichen Gründen“, von Erschöpfung ist die Rede. Das bot Merkel die Gelegenheit, Super-Frank zu beauftragen.

          Der 63 Jahre alte Weise hat jedenfalls den Ruf, mehr zu sein als nur ein guter Verwalter. Die Bundesanstalt für Arbeit hat er von einer „Stempelbehörde“ zu einer ziemlich effektiven Dienstleistungseinrichtung gemacht, die auch international ihresgleichen sucht. Weise selbst ist als Vorstandsvorsitzender nicht nur der Herr der Arbeitsmarktzahlen und der Chef der Job-Center gewesen, sondern hat auch die Arbeitsmarktpolitik mit geprägt.

          Erst Millionär, dann Bürokrat

          Manche sagen, er habe das während seiner schon elf Jahre dauernden Amtszeit mehr getan als das zuständige Ministerium in Berlin. Seine Zentrale sitzt in Nürnberg, da hat auch das Bundesamt seinen Hauptsitz. Der ehemalige Zeitsoldat, Fallschirmjäger und Oberst der Reserve, der es zunächst als Unternehmer zum Millionär brachte, bevor er „Bürokrat“ wurde, tritt kraftvoll auf. Ihm wird ein Vorrat an überschüssiger Energie attestiert, der ihn auch Mehrfachbelastungen aushalten lässt. Schon in der Bundeswehrreformkommission, die er unter dem Minister Guttenberg leitete, hat er das bewiesen. Weise ist eher ein Manager, ein Gestalter denn ein klassischer Behördenleiter. Solche braucht es jetzt.

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