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Flüchtlingszahlen : Jahresprognose von 800.000 Migranten jetzt schon erreicht

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Dicht gedrängt schlafen Flüchtlinge nahe der grenznahen Ortschaft Hanging (Österreich) in einem beheiztem Notzelt. Sie warten auf ihren Grenzübertritt nach Deutschland Bild: dpa

Mit Prognosen über die Zahl der Flüchtlinge ist Bundesinnenminister de Maizière inzwischen vorsichtig. Seine vorerst letzte Schätzung im Sommer erweist sich nun als zu optimistisch.

          Die Prognose von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) im Sommer, in diesem Jahr kämen etwa 800.000 Flüchtlinge nach Deutschland, ist schon Ende Oktober fast erreicht worden. Nach einer Mitteilung des Innenministeriums wurden seit Januar etwa 758.000 Flüchtlinge registriert. Nach den Zugangszahlen der letzten beiden Monate zu urteilen, könnten es 2015 insgesamt mehr eine Million werden.

          Allerdings heißt es in der Mitteilung auch, bei den Zahlen seien „Fehl- und Doppelerfassungen nicht ausgeschlossen“. Die meisten Flüchtlinge (243.700) seien 2015 bisher aus Syrien gekommen. Die nächst wichtigsten Herkunftsländer seien Albanien (67.700), Afghanistan (67.200), der Irak (58.800) und das Kosovo (32.500). Im Monat Oktober stellten die Asylsuchenden aus Afghanistan – nach den Syrern – die zweitgrößte Gruppe.

          Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hält ungeachtet der Kosten zur Bewältigung des Flüchtlingsansturms an dem Ziel fest, den Bundeshaushalt im nächsten Jahr auszugleichen. „Mit Hilfe des Überschusses aus diesem Jahr können wir nach heutigem Stand auch 2016 ohne neue Schulden auskommen“, sagte er, als er die Zahlen der jüngsten Steuerschätzung vorstellte. Danach wird das Steueraufkommen infolge der guten Inlandskonjunktur und Beschäftigung bis zum Jahr 2020 kräftig wachsen.

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