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Flüchtlingspolitik : Österreich fordert „Ende der Einladungspolitik“

  • Aktualisiert am

Österreichs Außenminister Sebastian Kurz, hier bei seiner Ankunft beim EU-Krisengipfel zur Flüchtlingspolitik im September Bild: dpa

Vor allem Deutschland müsse die Dinge endlich beim Namen nennen, fordert der österreichische Außenminister. Sebastian Kurz ist überzeugt: „Wir sind überfordert. Es kommen einfach zu viele Menschen.“

          Österreichs Außenminister Sebastian Kurz hat die Bundesregierung indirekt für ihre Flüchtlingspolitik kritisiert. „Ich wünsche mir definitiv, dass wir in Europa, vor allem auch Deutschland, die Dinge endlich beim Namen nennen und klipp und klar sagen: Es braucht ein Ende der Einladungspolitik“, sagte Kurz der in Wien erscheinenden „Kleinen Zeitung“. Es bedürfe einer „ehrlicheren Politik“, die offen einräume: „Wir sind überfordert. Es kommen einfach zu viele Menschen.“

          Auf die Frage, ob Österreich die Grenzen schließen sollte, wenn Deutschland dies tue, antwortete Kurz: „Wenn Deutschland die Grenzen dicht macht, dann haben wir eine andere Situation. Wenn Deutschland das tut, müssen wir im Gleichklang agieren, weil wir sonst innerhalb weniger Tage komplett überfordert werden.“

          Kurz kritisierte auch das Auftreten der Ländervertreter bei den Brüsseler Treffen zur Flüchtlingskrise. „Es gibt immer noch zu viele Staats- und Regierungschefs beim EU-Gipfel, die sich nicht betroffen fühlen, die versuchen, sich mit Worthülsen wie 'unbegrenzte Humanität' zu retten und hoffen, dass der Zustrom von alleine versiegt. Das wird nicht passieren.“

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