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Flüchtlingskrise : Zehntausende trotz sinkender Temperaturen in Zelten

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Ein Kind steht im Flüchtlingscamp Scheuen bei Celle“ Bild: dpa

Neue Herausforderung in der Flüchtlingskrise: Zeltstädte in ganz Deutschland müssen winterfest gemacht werden. Die Zeit ist knapp. Besonders viel zu tun gibt es in Hessen.

          Viele Flüchtlinge müssen einem Zeitungsbericht zufolge trotz sinkender Temperaturen in nicht winterfesten Zelten wohnen. Allein in den Unterkünften der Bundesländer waren Anfang Oktober rund 42.000 Flüchtlinge in Zelten und zeltähnlichen Unterkünften untergebracht, wie eine Umfrage der Zeitung „Die Welt“ ergab.

          Vor besonders großen Herausforderungen steht demnach Hessen. Dort wohnten nach Angaben des hessischen Integrationsministeriums rund 6900 von 18.000 Flüchtlingen in Zelten – im Verhältnis zur Gesamtzahl der Flüchtlinge ist dies der höchste Anteil aller Bundesländer. „Man ist im Begriff, einige der Zelte winterfest zu machen“, sagt der Sprecher des Regierungspräsidiums in Kassel, Michael Conrad, der „Welt“. „Das ist aber nicht bei allen möglich.“ Auch in Berlin eignet sich die Zeltstadt in einem Flüchtlingscamp laut „Welt“ nicht für den Winter. Ob rechtzeitig eine Lösung gefunden werde, sei laut der privaten Betreibergesellschaft fraglich.

          Bundesweit müssen Zeltstädte winterfest gemacht werden. In Rheinland-Pfalz lebe laut dem dortigen Integrationsministerium rund ein Drittel der Flüchtlinge in Zelten: 3200 von 9650. Das Land Nordrhein-Westfalen bringe etwa 15.000 Flüchtlinge in Zelten, Leichtbauzelten und Leichtbauhallen unter, teilte die zuständige Bezirksregierung Arnsberg mit. In Hamburg seien nach Angaben der Senatsverwaltung für Inneres rund 4000 der 30.000 Flüchtlinge in Zelten untergebracht. In Bayern leben hingegen laut den zuständigen Bezirksregierungen nur rund 1300 der 45.000 Flüchtlinge in Zelten. Im Saarland und Thüringen wohnten nach Angaben der Bundesländer keine Flüchtlinge in Zelten.

          Insgesamt befänden sich den Angaben in den Einrichtungen der Bundesländer rund 305.000 Flüchtlinge. Davon leben laut „Welt“ rund 42.000 in Zelten. Hinzu kämen Zelte der Kommunen, über deren Anzahl die Bundesländer keine Angaben machen konnten. So habe allein die Stadt Essen 800 weitere Flüchtlinge in zeltähnlichen Bauten einquartiert. In Freiburg im Breisgau werde eine Zuspitzung der Lage befürchtet. In etwa vier Wochen müssten Flüchtlinge wohl auch in beheizten Zelten untergebracht werden, teilte der baden-württembergische Stadtkreis mit.

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