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Flüchtlingskrise : „Wir haben keinen Mann mehr über!“

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Der Bund will Polizisten zur Unterstützung Sloweniens schicken. Bild: dpa

Bundespolizisten sollen in Griechenland und Slowenien helfen, die Zuwanderung von Flüchtlingen zu kontrollieren. Die Gewerkschaft der Polizei befürchtet, Entsendungen könnten Lücken in Deutschland reißen.

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          Deutsche Polizeibeamte sollen in den kommenden Tagen nach Slowenien reisen, um das kleine EU-Land bei der Bewältigung der hohen Flüchtlingszahlen zu unterstützen. „Es ist klar, dass wir uns beteiligen werden“, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums der „Mitteldeutschen Zeitung“. „Aber ich weiß noch nicht, in welcher Größenordnung.“

          Auch die Griechenland soll stärker unterstützt werden, berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe. Demnach sollen rund 50 weitere Bundespolizisten griechischen Kollegen helfen. Schon jetzt beteilige sich die Bundespolizei am Schutz der Außengrenzen der Europäischen Union, heißt es. Laut Bundesinnenministerium werden in diesem Jahr mehr als 240 Polizeivollzugsbeamte und 65 weitere Fachleute zur Grenzsicherung in EU-Staaten entsandt.

          „Kein Mann mehr über“

          Die Gewerkschaft der Polizei warnt vor einer Überlastung. Die Entsendung von Kollegen nach Slowenien komme faktisch nicht mehr in Betracht, ohne dass andernorts Lücken entstünden, sagte Jörg Radek, stellvertretender Vorsitzender der Polizeigewerkschaft. „Die Bundespolizei ist an der Grenze. Wir haben keinen Mann mehr über.“ Prinzipiell stehe die Gewerkschaft jedoch hinter den Entsendungen zur Unterstützung anderer EU-Staaten.

          Die Teilnehmer eines Sondergipfels zur Flüchtlingskrise hatten am Sonntag in Brüssel unter anderem beschlossen, binnen einer Woche 400 Grenzschützer nach Slowenien zu schicken. In dem Land kamen zuletzt zehntausende Flüchtlinge an, nachdem Ungarn seine Grenzen zu Serbien und Kroatien mit einem Zaun geschlossen hatte.

          Regierungssprecher Steffen Seibert sagte dazu am Montag, die EU-Grenzschutzagentur Frontex werde bei der Hilfe für Slowenien „sehr stark“ eingebunden. „Es werden aber auch einzelne Regierungen bereit sein, da personell zu unterstützen“, fügte Seibert hinzu, ohne auf eine deutsche Beteiligung zu verweisen. „Das wird sich in den nächsten Tagen in den europäischen Kontakten, die jetzt dazu stattfinden, konkretisieren müssen.“

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