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Flüchtlingskrise : Petry streicht Aussage zu Waffeneinsatz aus Interview

In diesem Teil des Gesprächs sei auch die Frage nach dem Gebrauch von Schusswaffen gestellt worden. „Frau Petry hat auf die Frage in aller Seelenruhe geantwortet, ohne jede Aufregung. Und sie wusste auch, dass wir das aufzeichnen.“

AfD-Sprecher: „Das ist übelste Verleumdung“

Die Alternative für Deutschland zeigte sich am Freitag trotzdem empört über die Veröffentlichung der unautorisierten Passage. „Wir hatten vor dem Interview eine Autorisierung vereinbart, aber daran hat sich die Zeitung nicht gehalten“, sagte AfD-Sprecher Christian Lüth der F.A.Z.. „Dass man Frau Petry jetzt so bloßstellt, ist inakzeptabel. So einen Umgang pflegt die Rhein-Zeitung mit anderen Politikern doch auch nicht.“ Zu der unautorisierten Passage wollte sich Lueth nicht äußern. „Deshalb wird eine Autorisierung vereinbart: Damit alles davor nicht öffentlich wird. Das werde ich jetzt weder dementieren noch bestätigen.“

Lueth warf der „Rhein-Zeitung“ Unseriosität vor. „Wenn man Probleme mit der Autorisierung eines Interviews hat, dann klärt man das danach im vertraulichen Gespräch. Was die Rhein-Zeitung jetzt getan hat, ist nichts anderes als übelste Verleumdung.“

DJV: Rechtlich nicht bedenklich

Diesen Vorwurf wies die Rhein-Zeitung zurück. „Mein Verständnis von Autorisierung ist, dass man ein Interview glättet und strafft, vielleicht zwei lange Sätze zu einem kurzen macht“, sagte Chefredakteur Lindner. „Das ist normales Handwerk. Aber nicht, dass man den Sinn der Aussage völlig entstellt, wie Frau Petry es getan hat.“ Lindner wies auch Bedenken zurück, die Veröffentlichung der unautorisierten Fassung sei presserechtlich bedenklich. „Es geht hier nicht um Verleumdung, sondern um Aufrichtigkeit im Umgang mit Medien.“ „Es hat eine tiefe politische Symbolik, dass Frau Petry die betreffende Passage völlig verfremdet hat, um die Öffentlichkeit zu manipulieren“.

Auch der Deutsche Journalistenverband (DJV) stellte sich am Freitag hinter die Rhein-Zeitung. „Frauke Petry hat offenbar nicht nur ein Problem mit den Medien, sondern auch mit ihren eigenen Worten“, erklärte der Bundesvorsitzende Frank Überall. Überall wies auf die Leitlinien zur Autorisierung von Interviews hin, die der DJV-Gesamtvorstand im September 2010 beschlossen habe. Darin heißt es unter anderem: „Autorisierungen dienen der sachlichen Korrektheit, der Sinnwahrung und sprachlichen Klarheit. Änderungen müssen sich darauf beschränken." Im Zweifel, so der Rat des DJV-Vorsitzenden, sollten Journalisten deshalb auf die Veröffentlichung eines Interviews verzichten. Das gelte nicht nur für die AfD.

DJV-Sprecher Hendrik Zörner sagte der F.A.Z., wenn die Rhein-Zeitung das komplette Interview unautorisiert veröffentlicht hätte, obwohl dies im Vorfeld anders abgesprochen worden sei, wäre dies presserechtlich bedenklich gewesen. „In einem Fall wie jetzt, in dem eine Zeitung nach der Veröffentlichung eines autorisierten Interviews zusätzlich den Autorisierungsvorgang öffentlich macht, um den Grad der Änderung zu dokumentieren, ist das kein Problem.“

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