https://www.faz.net/-gpf-89czp

Flüchtlingskrise : Nahles erwartet starken Anstieg von Hartz-IV-Kosten

  • Aktualisiert am

Aufgrund der starken Zuwanderung von Flüchtlingen dürften die Ausgaben für Hartz IV stark zunehmen, sagt Arbeitsministerin Nahles. Gleichzeitig verspricht sie mehr Jobs für Einheimische – dank der vielen Zuwanderer.

          1 Min.

          Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) rechnet wegen der starken Zuwanderung von Flüchtlingen mit deutlich höheren Kosten für Hartz IV. Schätzungen zufolge würden im kommenden Jahr bis zu 460.000 Flüchtlinge zusätzlich Hartz-IV-Leistungen beantragen. „Wir gehen davon aus, dass sich die Kosten auf 1,8 bis 3,3 Milliarden Euro belaufen werden,  für Lebensunterhaltsleistungen und die Arbeitsmarktförderung“, sagte die SPD-Politikerin der „Passauer Neuen Presse“.

          Sie warnte, dass viel Zeit vergehen werde, bis die Flüchtlinge die deutsche Sprache so beherrschen, dass sie auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen können. „Wir kriegen das hin, aber nicht über Nacht“, sagte Nahles.„Wir wollen, dass Flüchtlinge schnell vom Leistungsbezieher zum Leistungsträger werden, vom Asylbewerber zum guten Kollegen“, sagte die Ministerin.

          Um die Flüchtlinge bei der Suche nach Arbeit betreuen zu können, werde mehr Personal gebraucht. „Wir werden in den Jobcentern noch sehr viel mehr Personal brauchen, um Flüchtlinge gut zu betreuen und sie auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten“, sagte die Arbeitsministerin. „2800 Stellen sind dafür notwendig. Dafür werde ich in den Haushaltsverhandlungen kämpfen.“

          Auch in anderen Bereichen rund um die Hilfe für Flüchtlinge erwartet sie tausende neue Jobs. „Bei den Einheimischen werden wir daher weiter einen Rückgang der Erwerbslosigkeit erleben.“ Etwa bei der Betreuung von Flüchtlingen aber auch bei den Sicherheitsdiensten, im Catering oder im Wohnungsbau würden derzeit neue Jobs entstehen.

          Dennoch sei zu erwarten, dass die Arbeitslosenzahlen 2016 steigen, da dann die Flüchtlinge Bleiberecht erhalten und sich arbeitssuchend melden.

          Weitere Themen

          Biden: Die Welt muss zusammenhalten Video-Seite öffnen

          Rede bei UN : Biden: Die Welt muss zusammenhalten

          In seiner ersten Rede als Präsident vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen sagte Biden am Dienstag in New York, die Welt müsse niemals wie zuvor zusammenarbeiten, um die globalen Herausforderungen zu meistern.

          Kann er Ostsee?

          Merkel und Laschet : Kann er Ostsee?

          In Stralsund macht Angela Merkel Wahlkampf mit Parteifreunden. Der eine will ihren Platz im Wahlkreis einnehmen – der andere jenen im Kanzleramt.

          Topmeldungen

          Laschet und Merkel in Stralsund am Dienstagabend

          Merkel und Laschet : Kann er Ostsee?

          In Stralsund macht Angela Merkel Wahlkampf mit Parteifreunden. Der eine will ihren Platz im Wahlkreis einnehmen – der andere jenen im Kanzleramt.
          Idar-Oberstein: Blumen und Kerzen sind vor der Tankstelle aufgestellt, in der ein Angestellter erschossen wurde.

          Idar-Oberstein : Allgegenwärtige Enthemmung

          Aus den widerlichen Reaktionen im Netz ist nicht auf das Tatmotiv in Idar-Oberstein zu schließen. Man muss aber nicht nach Idar-Oberstein schauen, um zu wissen, dass jeder „Extremismus“ in Bestialität enden kann.
          Der französische Präsident Emmanuel Macron am 7. September in Paris

          U-Boot-Streit mit Amerika : Warum Frankreich den Eklat herbeiführte

          Im U-Boot-Streit mit Amerika, Großbritannien und Australien hat Paris seine Botschafter aus Washington und Canberra zurückberufen. Im Gespräch mit der F.A.Z. erklären beide die Hintergründe und, wie sich die NATO aus ihrer Sicht ändern muss.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.