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Flüchtlingskrise : Integration à la CDU/SPD

Wichtiger denn je: Integration, hier besprochen von der Staatsministerin für Migration, Flüchtlinge und Integration, Aydan Özuguz, und Teilnehmerinnen der Islamkonferenz Mitte November in Berlin Bild: Reuters

Einwanderungskontingente wären unsinnig, wenn gleichzeitig eine illegale Paralleleinwanderung stattfände. Das wissen auch die Spitzen von CDU und SPD. Aussprechen wollen sie es aber nicht.

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          Auf den Parteitagen von SPD und CDU wird ein migrationspolitisches Feuerwerk abgebrannt werden. Die schönste Rakete wird auf beiden Seiten das „Kontingent“ sein. Denn sie fliegt in ganz unterschiedliche Richtungen und schillert dann in allen Farben: mit oder ohne Obergrenze, mit oder ohne Asylverfahren, mit oder ohne Familiennachzug.

          Einig sind sich eigentlich beide Parteiführungen, dass es ohne Begrenzung der Einwanderung nicht mehr weitergeht. Das sicherzustellen, überlassen sie aber der Türkei. Denn jedermann weiß, dass Kontingente widersinnig wären, wenn eine illegale Parallelwanderung in großem Stil stattfände.

          Offen aussprechen wollen das aber weder die CDU-Vorsitzende noch der SPD-Vorsitzende, weil das Feuerwerk der Parteitage dadurch merklich an Attraktivität verlöre und eine Rakete namens „Abschottung“ Farben verbreiten würde, die niemand sehen will.

          Unfreiwillig bestätigen damit die Parteitage, was auch für die Einwanderung gilt: Eine Welt ohne Grenzen stößt sehr schnell an ihre Grenzen. Sie braucht Gemeinsamkeiten. Ein anderes Wort dafür: Integration.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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