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Flüchtlingskrise : Eurogruppen-Chef sieht Schengen-Raum am Ende

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Das Prinzip offener Grenzen ohne Passkontrolle: Durch die Flüchtlingskrise sei das nicht länger zu halten, glaubt Eurogruppen-Chef Dijsselbloem Bild: dpa

Pessimistische Töne von Eurogruppen-Chef Dijsselbloem: Er hält das Schengen-System für ein Europa ohne Passkontrollen durch die Flüchtlingskrise für nicht überlebensfähig. Stattdessen plädiert er für eine Art Mini-Schengen innerhalb eines Kern-Europas.

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          Dem Schengen-System für passfreie Grenzen droht Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem zufolge im Zuge der Flüchtlingskrise das Aus. Er sei nicht sehr optimistisch, dass das Schengener Abkommen noch eine Überlebenschance habe, sagte Dijsselbloem, der auch niederländischer Finanzminister ist, dem „Handelsblatt“ vom Freitag. „Wir können unseren Sozialstaat auf Dauer nicht aufrechterhalten, wenn der Zustrom der Asylbewerber weiter so anhält.“

          Es fehle aber an Solidarität in der EU und an politischem Willen, die Lasten gerechter zu verteilen und die EU-Außengrenzen besser zu schützen. Wenn sich dies nicht ändere, müssten sich Länder wie die Niederlande, Deutschland, Schweden, Österreich und Belgien zu einer Art Mini-Schengen zusammenschließen. Das wäre jedoch eine suboptimale Lösung und hätte negative politische und wirtschaftliche Folgen für alle.

          Bundesregierung will Schengen erhalten

          Die Bundesregierung wies Dijsselbloems Idee eines Mini-Schengens zurück. „Unser Ansatz ist ein anderer", hieß es am Freitag in deutschen Regierungskreisen in Berlin. „Unser Ansatz ist der Versuch, Schengen zu erhalten in der gegenwärtigen Form." Die Bundeskanzlerin arbeite daran, die Außengrenzen der EU besser zu schützen, hieß es weiter.

          Auch EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker warnte vor einem Schengen-Aus. Dann wäre auch der Euro als Gemeinschaftswährung in Gefahr.

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