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Flüchtlingskrise : Die Wut der Russlanddeutschen

Beruhigungsversuche: Polizeirevierleiter Felix Neulinger und Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller (rechts daneben im Profil) mit Demonstranten auf dem Rathausplatz von Lahr Bild: Endrik Baublies

Viele Spätaussiedler fühlen sich von den neu in Deutschland ankommenden Flüchtlingen bedroht und von den deutschen Medien betrogen. Nach 20 Jahren erfolgreicher Integration droht die Entfremdung - fleißig befeuert von Moskau.

          9 Min.

          Spätaussiedler sind eigentlich keine Querulanten. Sie denken in aller Regel konservativ und schätzen Autoritäten. Doch als 11.000 Spätaussiedler vor mehr als zwanzig Jahren in die Schwarzwald-Stadt Lahr zogen, gab es zunächst trotzdem Ärger. Die Lahrer nannten die früheren Siedlungen der kanadischen Streitkräfte in Kippenheimweiler oder am „Kanadaring“ ziemlich direkt „Klein-Kasachstan“. Sie sahen mit Sorge, wie die Kriminalität sprunghaft zunahm, denn die jungen Männer aus Russland tranken zu viel Alkohol, manche waren gewalttätig, weil sie eigentlich gar nicht in den Schwarzwald wollten.

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Die badische Idylle geriet in Unordnung, Neid und Fehlverhalten produzierten Spannungen. Heute sind 25 Prozent der 44.000 Lahrer Bürger Russlanddeutsche, seit etwa zehn Jahren klappt das Zusammenleben so gut wie reibungslos. Die Stadt wirbt sogar mit dem Spruch „Vielfalt im Quadrat“.

          Die Russlanddeutschen gründeten Unternehmen, eröffneten Arztpraxen, bauten Autowerkstätten auf oder Hotels, in denen Kunstlederbetten aus russischer Produktion im klassischen Schwarzwaldzimmer stehen. „Ausgesöhnte Verschiedenheit“ nennen die Lahrer das. Viele Firmen, vor allem die, bei denen noch viel mit der Hand geschafft wird, sind froh, dass es die Russlanddeutschen gibt, denn sie brauchen fleißige, manuell begabte Mitarbeiter.

          Viele Russlanddeutsche wurden zu Lahrer Bürgern, was erstaunlich ist, denn ein früherer Oberbürgermeister hat die Eigentümlichkeit des Ortes einmal so beschrieben: „Es gibt Männle, Wieble und Lahrer.“ Seit vielen Jahren herrschen Frieden und Einvernehmen zwischen den Russlanddeutschen und den übrigen Lahrern, jedenfalls war das bis zum 24. Januar so.

          Eine krude Behauptung russischer Staatsmedien

          An diesem Tag geschah etwas, das den Oberbürgermeister, die meisten Kommunalpolitiker und auch viele Russlanddeutsche zutiefst verstörte. Rund 350 russlanddeutsche Männer und Frauen versammelten sich vor dem Rathaus zu einer nicht angemeldeten Demonstration. „Jeder Mensch ist wertvoll“ war auf einem Plakat zu lesen. Gelbe Luftballons wehten im Winterwind. Es war kein Redner angekündigt. Per Whatsapp und SMS waren die Russlanddeutschen auf den Rathausplatz gelockt worden: Dort gebe es Informationen über das angeblich von Flüchtlingen vergewaltigte Mädchen Lisa aus Berlin-Marzahn, hieß es.

          Der Fall ist eine krude Behauptung russischer Staatsmedien, die von der Polizei längst widerlegt ist. Trotzdem sorgte er für große Unruhe unter den Russlanddeutschen und Russen in Deutschland. Auch in Villingen-Schwenningen, Berlin, Rastatt und Augsburg gab es Demonstrationen, allein in Baden-Württemberg gingen 3000 Russlanddeutsche gegen „Ausländergewalt“ auf die Straße. Deutschen Rechtsextremisten kam der Aufruhr sehr gelegen – das einschlägige Magazin „Compact“ berichtete ausführlich über die wahrscheinlich aus Moskau gesteuerten Demonstrationen.

          Der Lahrer Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller, ein Sozialdemokrat, der immer noch die in Lahr einst produzierten Roth-Händle-Zigaretten raucht, saß gerade mit seiner Frau am Mittagstisch, als auf seinem Handy die Nachricht von der Spontandemonstration einging. Müller ist bei den Russlanddeutschen eigentlich beliebt. Kurzentschlossen eilte er in die Innenstadt und sprach spontan zu den Demonstranten.

          „Kommen Sie wieder auf Normaltemperatur!“

          Es gab hitzige Diskussionen. Müller griff sich das Megafon und versuchte, den aufgebrachten Demonstranten die Flüchtlingskrise zu erklären, warb um Verständnis für die etwa 900 Flüchtlinge, die in einem Containerdorf auf dem Lahrer Flughafen leben. „Sie mögen das als provokant empfinden, ich will Ihnen ganz ehrlich was sagen: Ich persönlich bin x-tausendmal gefragt worden: Warum muss denn das kleine Lahr 9000 Spätaussiedler aufnehmen? Diese Frage muss man genauso stellen.“

          Dann eskalierte die Situation für ein paar Minuten. Pfiffe, Beschimpfungen, Gerangel. Ein Demonstrant versuchte, Müller das Megafon wegzunehmen. „Wir sind Deutsche“, riefen die Russlanddeutschen. Müller machte der aufgebrachten Menge klar, dass er auch für die Akzeptanz der Russlanddeutschen vor zwanzig Jahren kämpfen musste. „Sie arbeiten nur mit Emotionen und stacheln sich gegenseitig auf, kommen Sie runter, kommen Sie wieder auf Normaltemperatur!“ Im Verhältnis zwischen Russlanddeutschen und Lahrern, zwischen Unternehmern und den aus Kasachstan eingewanderten Mitarbeitern herrscht meistens „Normaltemperatur“.

          Wütende Schwestern: Natalie Boss und Elisabeth Esipowitsch in ihrem Laden
          Wütende Schwestern: Natalie Boss und Elisabeth Esipowitsch in ihrem Laden : Bild: Frank Röth

          Integration braucht oftmals Jahrzehnte. Manchmal geht es auch schneller. Olesja und Eduard Rudi haben in den vergangenen zehn Jahren ein Transportunternehmen aufgebaut. Erst verkauften sie Baumaschinen nach Kasachstan, dann schafften sie Sattelschlepper für eine eigene Spedition an. Fünf der 40 Zugmaschinen stehen auf einer planierten Obstwiese. Die Firma expandiert. Bei Dunkelheit führen sie den CDU-Bundestagsabgeordneten Peter Weiß und die CDU-Landtagskandidatin Marion Gentges über das Betriebsgelände.

          Mit deutscher Politik äußerst unzufrieden

          In Baden-Württemberg ist Wahlkampf. Es geht um jede Stimme. Und die Russlanddeutschen waren bislang immer treue CDU-Wähler, aus Dankbarkeit, weil es Helmut Kohl war, der damals die Tore für sie öffnete. Werkstatthalle, Reifenlager, moderne Büroräume, in denen Fahrzeuge, Frachtrouten und Fahrer disponiert werden, die Beschriftungen sind deutsch, englisch und russisch. „Wir wollen die Reparaturen zu neunzig Prozent selbst machen, kürzlich haben wir erstmals einen Getriebe- und Motortausch selbst gemacht“, sagt Eduard Rudi mit großem Stolz. Die Besuchergruppe bekommt zum Abschluss eine Videopräsentation gezeigt, unterlegt von Xavier Naidoos Lied mit der Textzeile:

          „Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird steinig und schwer.“ Die Firma aufzubauen sei ein harter Kampf gewesen, sagt der Jungunternehmer. Mittlerweile unterstützen die Rudis den lokalen Fußballclub finanziell und zahlen ihren Mitarbeitern sogar einen Beitrag für das Fitnessstudio. Und Olesja Rudi, die in den Vereinigten Staaten studiert hat, führt einen Verband für russlanddeutsche Unternehmer.

          Wird den Politikern wie bei vielen solcher Betriebsbesichtigungen mal wieder die heile Welt von Integration und Aufstieg vorgespielt? Nicht ganz, denn mit der deutschen Politik sind die Rudis wie fast alle Russlanddeutschen in Lahr derzeit äußerst unzufrieden. „Mag sein, dass die Älteren unter uns Helmut Kohl immer noch dankbar sind“, sagt Rudi, „aber für Frau Merkel gilt das nicht mehr, da ist das anders.“ Die Ukraine-Krise, die deutsche Kritik an Putins Politik und der Krim-Annektion, die Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin, eine grundsätzliche Skepsis gegenüber der amerikanischen Politik und zuletzt noch die Kölner Silvesternacht haben die ehemaligen Spätaussiedler verunsichert.

          „Ich würde es genauso machen wie Putin“

          Sie sehen ihren Nestbau in Deutschland gefährdet, durch russische Medien oder russische Facebook-Seiten lassen sie sich zunehmend aufstacheln. Die Flüchtlingskrise politisiert die Russlanddeutschen, die ihre Erfüllung viele Jahre in der Familie, der Kirche und beim Häuslebauen gesucht hatten, was in Lahr gut ankam. In einem schleichenden Entfremdungsprozess entfernen sich die Russlanddeutschen von Angela Merkel – und etwas auch von der deutschen Mehrheitsgesellschaft.

          Erfolgreiche Unternehmer: Olesja und Eduard Rudi
          Erfolgreiche Unternehmer: Olesja und Eduard Rudi : Bild: Frank Röth

          Das bekommen der Bundestagsabgeordnete Peter Weiß und die Landtagskandidatin Marion Gentges im Konferenzraum der Spedition deutlich zu spüren. Immer wieder müssen sie die Berliner Politik verteidigen. „Ich sage nicht, dass ich für Putin bin oder für Russland, aber ich verstehe ihn, ich würde es genauso machen wie Putin. Man kann sich doch nicht nackt machen. Irgendwann ist Putin umzingelt“, sagt der Unternehmer Rudi. Einer seiner Mitarbeiter sagt: „Wenn die CDU erfolgreich um unsere Stimmen werben will, dann muss sie beim Thema Flüchtlinge etwas ändern. Und es geht auch nicht, dass immer groß gemeldet wird, wenn in Kiew eine Bombe einschlägt, und verschwiegen wird, wenn im Donbass etwas passiert.“

          Bei Bundestagswahlen konnten CDU-Kandidaten in Wahlbezirken mit einem hohen Anteil von Russlanddeutschen mit Erststimmenergebnissen von 70 Prozent rechnen. Das dürfte jetzt auch in Lahr schwieriger werden. Olga Held meldet sich bei diesem Wahlkampftermin mehrfach zu Wort, sie engagiert sich in der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland. Wie es sein könne, dass Frau Merkel die syrischen Männer gleich über die Grenze lasse, sie selbst als Russlanddeutsche habe bei ihrer Einreise nach Deutschland aber viele Papiere und Stempel gebraucht.

          Alte gegen neue Einwanderer

          „Und es tut mir leid“, mischt sich Eduard Rudi noch einmal ein, „es kommen jetzt die Falschen, und ich denke, die Politiker können uns Russlanddeutsche nicht mit den Asylbewerbern gleichsetzen.“ Neue und alte Einwanderer geraten in Konflikt, es geht um ältere und neue Rechte. Der Bundestagsabgeordnete Weiß versucht zu beschwichtigen und erklärt, dass Russlanddeutsche und Asylbewerber ja einen grundsätzlich unterschiedlichen Rechtsstatus hätten. Auch anerkannte Asylbewerber bekämen erst nach sechs Jahren die deutsche Staatsbürgerschaft, und das auch nicht automatisch.

          Russlanddeutsche Spätaussiedler werden nach dem Bundesvertriebenengesetz sofort als Deutsche anerkannt, wenn sie grundlegende Deutschkenntnisse haben und in der Sowjetunion verfolgt worden sind. „Unser Ziel muss sein“, sagt Weiß, „dass wir mehr Russlanddeutsche in die Gemeinderäte bekommen. Wo können wir denn mit Ihnen ins Gespräch kommen?“, fragt er. „Vielleicht, wenn ihr in die Kirchen oder den Mini-Markt in Lahr geht!“, antwortet eine Frau.

          Angebliche Vergewaltigung : Sorge vor russischer Medien-Kampagne gegen Deutschland

          Der Lahrer „Mini-Markt“ liegt gleich neben dem Bahnhof, die Siedlung der Russlanddeutschen am Kanadaring ist nicht weit entfernt. Eine Pizzeria gibt es hier und einen Imbiss, der „Schaschlik mit Brot, Zwiebel und Essiggurke“ für 2,80 Euro anbietet. Ein Essen, das nicht gerade eine badische Spezialität ist. In dem gutsortierten Markt gibt es das beste Fischangebot Lahrs, „Premium-Kaviar“, „Wodka Rossijskaja Korona“ und fast alle Feinkostwaren, die in Polen oder Bulgarien nach russischen Rezepturen produziert werden.

          Russische Medien gewinnen an Glaubwürdigkeit

          Der Markt ist das Zentrum des russischen Lebens in Lahr. Manchmal verirren sich auch einige Flüchtlinge in den „Mini-Markt“, weil sie Putenfleisch oder Obst kaufen wollen. „Eigentlich sieht man die hier aber selten“, sagt der 36 Jahre alte Eugen Romme, der das Geschäft mit seinen Eltern führt. „Natürlich, wir sind ja damals auch gekommen. Aber wir waren doch ein bisschen anders. Solche Sachen, wie sie in Köln vorgefallen sind, haben wir nicht gemacht.

          Russlanddeutsche haben normal großen Respekt vor Frauen“, sagt Romme. Seine Familie, die auch Vorfahren aus dem Elsass vorweisen kann, habe ihre deutschen Wurzeln genau belegen müssen, um eine Einreiseerlaubnis zu bekommen. „Durch die Ukraine-Krise und die Flüchtlinge ist die Stimmung bei uns gekippt; wenn du sagst, ich bin ein bisschen pro Putin, dann sagen sie gleich: Geh nach Hause!“, sagt Romme.

          Das russische Fernsehen sei vor allem für die Älteren Unterhaltung, man wisse natürlich, dass es auch Propaganda sei, aber im deutschen Fernsehen werde auch vieles verschwiegen. In dem Maße, in dem bei den Russlanddeutschen während der Ukraine-Krise das Vertrauen in die deutschen Medien geschwunden ist, scheinen nun die russischen Sender und die russischen Seiten sozialer Netzwerke wieder an Glaubwürdigkeit zu gewinnen. Rommes Mutter Elena sitzt für die CDU im Ortsbeirat, sie will das auch weiterhin tun, doch ihre Verunsicherung verschweigt sie nicht: „Wir haben große Angst, alles zu verlieren, viele haben auch Angst um ihre Frauen, ihre Kinder und vor dem Terror.“

          Eine Million Euro für bessere Integration

          Wenn Oberbürgermeister Müller über seine russlanddeutschen Mitbürger redet, spricht er nicht von Integration, sondern lieber davon, dass sie sich seit ein paar Jahren nun „eingefunden“ hätten. „Dass viele von ihnen statt des Offenburger Kennzeichens jetzt wieder LR am Auto haben und dafür auch noch etwa 60 Euro ausgeben, auch das zeigt mir, dass sie sich eingefunden haben und Lahr als neue Heimat sehen. Zugleich haben sie einen Teil ihrer russischen Identität behalten, das sieht man beim Essen, bei Festen, der Folklore sowie bei politischen Diskussionen.

          Da gibt es häufig eine große Nähe zur russischen Argumentation“, sagt Müller. Die Demonstration vor zwei Wochen habe überhaupt nicht zu Verhaltensmustern gepasst, wie er sie bislang von den Russlanddeutschen kenne: „Das war ein gesteuerter Flashmob bei einer Bevölkerungsgruppe, die politisch bisher nicht sonderlich aktiv war, wir hatten in den vergangenen 25 Jahren keine Demo von Spätaussiedlern.“

          Eine Million Euro gibt die Stadt auch heute noch aus ihrem Haushalt für die bessere Integration der Russlanddeutschen aus, der Etat umfasst 60 Millionen Euro. In den vergangenen zwanzig Jahren ließ sich die Stadt die Integrationsarbeit also 20 Millionen Euro kosten. „Wir brauchen jetzt kein neues Integrationsprogramm, die Spätaussiedler sind längst angekommen“, sagt Müller. „Wenn aber ein Meinungskrieg initiiert wird, dann muss besonders mit den Russlanddeutschen die Diskussion geführt werden, wer mehr recht hat und objektiv informiert: Russia Today oder die deutschen Medien.“ Die Flüchtlingskrise mache die Russlanddeutschen „kopfscheu“, sie seien so irritiert, dass eine große Gruppe auf „Alarm geschaltet“ habe.

          „Schwule raus“

          Nach der Lahrer Demonstration distanzierten sich die Vereine „Bürger Aktiv Lahr“ und die „Landsmannschaft“, in denen sich die Russlanddeutschen organisieren, von der Kundgebung. Die Mehrheit von ihnen will vermeiden, dass das gute Verhältnis zu den alteingesessenen Lahrer Bürgern Schaden nimmt. Die Polizei führte kürzlich ein Gespräch mit Vertretern der Russlanddeutschen, um Gerüchte über die hohe Kriminalität der Flüchtlinge und Vorfälle, über die nur gemunkelt wurde, wieder aus der Welt zu schaffen.

          In Kippenheimweiler stehen am Ortsrand mehrere gelbe Wohnblöcke. Ein katholischer Kindergarten wurde Mitte der neunziger Jahre gebaut, die Soldatenwohnungen der Kanadier renoviert, sie könnten aber wieder etwas Farbe vertragen. Der Ort hat einen eigenen, viel kleineren Supermarkt für Russlanddeutsche als Lahr. Er heißt „Elisa-Markt“, weil er von Elisabeth Esipowitsch geführt wird. Frau Esipowitsch steht mit ihrer Schwester Natalia Boss an der Brottheke. Beide Frauen beunruhigt die Flüchtlingskrise. Natalia informiert sich fast ausschließlich über Facebook, Zeitungen liest sie nicht mehr. „Deutsche Fernsehsender schauen wir auch nicht mehr, die verbreiten nur Lügen, und was die Flüchtlinge angeht, wird doch sehr viel vertuscht“, meint sie.

          Natalia Boss gehörte am vergangenen Sonntag auch zu den etwa 400 Russlanddeutschen, die in Offenburg demonstrierten. Die Kundgebung war von der Partei „Die Einheit“ angemeldet und fand unter dem Motto „Mehr Schutz und Sicherheit für Frauen und Kinder in Deutschland“ statt. Angela Merkel wurde auf Plakaten als „Volksverräterin“ bezeichnet. Alexej Simon, der Landtagskandidat der jungen Partei, sagte, die Wirtschaftssanktionen gegen Russland hätten schon eine Million Arbeitsplätze gekostet. Linke Gegendemonstranten skandierten dann: „Flüchtlinge willkommen.“ Das beantworteten die Anhänger der „Einheitspartei“ mit dem Ruf: „Schwule raus.“

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