https://www.faz.net/-gpf-8luu6

Flüchtlingskrise : Athen will Flüchtlinge auf griechisches Festland bringen

  • Aktualisiert am

Flüchtlinge in einem inoffiziellen Flüchtlingslager auf Lesbos. Bild: AFP

Griechenlands Regierung möchte die Lage der Flüchtlinge verbessern und „eine große Zahl“ von ihnen auf das Festland umsiedeln. Für die bisweilen chaotische Lage auf den Inseln sei die EU mitverantwortlich.

          Griechenland will Flüchtlinge nicht länger in den überfüllten Lagern auf den Ostägäis-Inseln festhalten. „Wir werden in Kürze damit beginnen, eine große Zahl Migranten auf das Festland zu bringen, um die Inseln in der Ostägäis zu entlasten“, sagte der stellvertretende griechische Außenminister Nikos Xydakis der „Welt“. „Das wird sehr gut organisiert sein und auf legale Weise durchgeführt werden.“ Xydakis kündigte an, die Menschen in „bewachten Räumlichkeiten“ unterzubringen.

          Der Flüchtlingspakt zwischen der Türkei und der EU sieht vor, dass die vor allem aus Syrien stammenden Menschen möglichst auf den griechischen Inseln bleiben, damit sie an einer Weiterreise gehindert und in die Türkei zurückgeschickt werden können. Für jeden Syrer, den die Türkei zurücknimmt, kann sie einen anderen Syrer auf legalem Weg in die EU schicken. Die EU hat sich bereit erklärt, über diesen sogenannten 1:1-Mechanismus bis zu 72.000 Syrer aufzunehmen.

          Eine Rücknahme von Flüchtlingen aus EU-Ländern wie Deutschland schloss der Minister aus. „Es ist nicht realistisch, auf eine Durchsetzung der Dublin-Verordnung zu bestehen und Flüchtlinge aus anderen Ländern wieder nach Griechenland abzuschieben. Das würde mein Land überfordern“, sagte Xydakis. Wie andere Staaten schickt Deutschland beispielsweise keine Flüchtlinge nach Griechenland zurück, weil die Bedingungen in den Flüchtlingslagern dort als unzureichend gelten. Innenminister Thomas de Maiziere möchte dies ändern.

          Xydakis machte die EU-Länder für die Gewalt in den griechischen Flüchtlingslagern mitverantwortlich: „Die Brände und Unruhen in einigen Flüchtlingscamps auf den Inseln sind in gewisser Weise auch die Folge einer fehlenden Umverteilung von Flüchtlingen auf alle Mitgliedstaaten und der mangelnden Unterstützung durch die EU-Länder.“

          Weitere Themen

          Merkel erinnert an Widerstand gegen NS-Regime Video-Seite öffnen

          Livestream zu Rekrutengelöbnis : Merkel erinnert an Widerstand gegen NS-Regime

          Das Attentat auf Adolf Hitler jährt sich an diesem 20. Juli zum 75. Mal. Rekruten der Bundeswehr legen an diesem Tag traditionell ihr Gelöbnis ab – und die neue Verteidigungsministerin hat ihren ersten größeren Auftritt. Verfolgen Sie die Zeremonie im Livestream.

          Topmeldungen

          Bereits ab 14.00 Uhr könnte die gefühlte Temperatur über 32 Grad liegen, dann herrscht Warnstufe 2. (Archivbild aufgenommen in Berlin)

          Deutscher Wetterdienst : Hitzewarnung für Deutschland

          Der Deutsche Wetterdienst rechnet ab Montag mit ersten Hitzewarnungen. Ab Mittwoch soll dann ganz Deutschland von einer Hitzewelle erfasst werden. Besonders Kinder, alte und kranke Menschen sind durch die hohen Temperaturen gefährdet.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.