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Flüchtlingsdebatte : AfD legt weiter zu

  • Aktualisiert am

Bild: AFP

Die rechtspopulistische AfD liegt laut einer Umfrage inzwischen gleichauf mit der Linkspartei. Ihr gelinge es, Vorurteile gegen Ausländer hemmungslos auszubeuten, analysiert ein Parteienforscher.

          Die AfD steigt inmitten der Flüchtlingsdebatte weiter in der Gunst der Wähler. Im aktuellen Sonntagstrend, den das Meinungsforschungsinstitut Emnid wöchentlich im Auftrag von „Bild am Sonntag“ erhebt, legt die Partei um einen Zähler zu auf neun Prozent. Damit ist sie gleichauf mit der Linkspartei, die allerdings einen Prozentpunkt verliert.

          Besonders stark schneidet die AfD der Umfrage zufolge in Ostdeutschland ab, wo sie auf 14 Prozent kommt. Bei ostdeutschen Männern seien es gar 18 Prozent. Parteienforscher Ulrich von Alemann sagte der Zeitung: „Die AfD ist die einzige Partei in Deutschland, die die  Vorurteile von Teilen der Bevölkerung gegenüber Ausländern hemmungslos ausbeutet.“

          Umfragewert der Union bleibt unverändert

          Die SPD legt der Umfrage zufolge einen Zähler zu auf 26 Prozent. Unverändert bleiben demnach die Werte von Union (36 Prozent), FDP (vier Prozent) und Grünen (zehn Prozent). Emnid befragte den Angaben zufolge vom 29. Oktober bis zum 4. November rund 2400 Personen.

          Begleitet von Protesten linker Demonstranten hatten in Berlin am Samstag 5000 Anhänger der AfD gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung demonstriert. Die Partei stellte die Kundgebung unter das Motto „Asyl braucht Grenzen - Rote Karte für Merkel“. Ursprünglich wollte sie 10.000 Demonstranten mobilisieren. Das gelang nicht.

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