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Flüchtlingsansturm : Ungarn meldet Rekordzahl

Unverminderter Zustrom: Flüchtlinge überqueren am 13. September die Grenze zwischen Serbien und Ungarn nahe des Dorfes Röszke. Bild: AFP

Von Dienstag an ist der illegale Grenzübertritt in Ungarn eine Straftat. Vor der Gesetzesverschärfung versuchen besonders viele Flüchtlinge, über Ungarn nach Deutschland zu gelangen.

          Kurz vor dem Inkrafttreten verschärfter Gesetze in Ungarn an diesem Dienstag versuchen immer mehr Flüchtlinge noch über die Grenze zu gelangen. Allein am Samstag wurde die Rekordzahl von 4330 Migranten an der Grenze zu Serbien aufgegriffen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur MTI.

          Stephan Löwenstein

          Politischer Korrespondent für Österreich und angrenzende Länder mit Sitz in Wien.

          Die weitaus meisten kommen bei Röszke über die Gleise der Bahnstrecke Belgrad-Budapest, wo eine Lücke in der Stacheldrahtsperre ist. Die 40 Meter große Lücke soll nun durch einen Zaun mit Tor geschlossen werden. Bislang sind dieses Jahr mehr als 181000 Personen in Ungarn als illegale Einwanderer festgestellt worden.

          Obgleich die direkten Zugverbindungen gekappt worden sind, gelangt ein großer Teil der Menschen nach Österreich und in der Folge nach Deutschland.

          Im Stundentakt kommen Flüchtlinge mit Zügen am ungarischen Grenzort Hegyeshalom an, gehen zu Fuß über die Grenze nach Österreich und besteigen in Nickelsldorf Züge zum Wiener Westbahnhof, von wo aus die meisten nach Deutschland weiterreisen dürfen. Allein am Sonntag rechneten die Behörden wieder mit bis zu 10000 Migranten in Nickelsdorf.

          Zwar funktionieren Transport und Versorgung der Flüchtlinge in Nickelsdorf inzwischen routiniert, doch beklagte das österreichische Innenministerium eine „faktische Null-Kommunikation“ mit den ungarischen Behörden. Das erschwere die Planung.

          Von Dienstag an soll illegaler Grenzübertritt in Ungarn als Straftat gelten. Mit Inkrafttreten des Gesetzespakets wird auch der Einsatz der Armee zur Unterstützung der Grenzpolizei durch die Regierung möglich.

          Weitere Bestimmungen betreffen die Möglichkeit zur Hausdurchsuchung ohne richterliche Anordnung, falls der Verdacht der Schlepperei besteht. Von dem Plan, in der Grenzzone Transitlager einzurichten und den Flüchtlingen den weiteren Zutritt nach Ungarn zu verwehren, hat die Regierung dagegen Abstand genommen.

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