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Flüchtlinge : Vorbild Vertriebene

Die deutschen Heimatvertriebenen flohen unter Zwang - und zu ihren Landsleuten. Das war schwer genug. Heute kommen Millionen Fremde. Das ist nicht einfacher.

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          Viele deutsche Vertriebene fühlen sich angesichts der Bilder verzweifelter Flüchtlinge an das eigene Schicksal erinnert. Jetzt wird versucht, daraus politisches Kapital zu schlagen, indem alle, die heute aus verständlichen Gründen nach Deutschland wollen, zu Vertriebenen erklärt werden und auf die gelungene Integration nach dem Zweiten Weltkrieg hingewiesen wird. Aber so einfach ist das nicht. Wer damals kam, tat das unter Zwang, wurde unter Todesdrohungen fortgejagt. Das ist der Unterschied zwischen Flucht und Vertreibung.

          Auch heute gibt es sie natürlich, die Opfer von Krieg und Gewalt – deshalb nimmt Deutschland ja Hunderttausende Syrer auf. Damals aber kamen Deutsche zu Deutschen – und das war schwer genug. Sie wurden in dem ebenfalls verwüsteten Westen ihre Landes nicht selten feindselig empfangen. Selbst die zwangsweise Verteilung und Einquartierung von Landsleuten ist immer eine Zumutung. Das macht die Integrationsleistung des kriegsversehrten Deutschlands umso größer. Daraus folgt aber nicht, dass heute die Aufnahme von Millionen Fremder ein Leichtes wäre.

          Reinhard Müller
          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

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