https://www.faz.net/-gpf-89wp5

Flüchtlinge : Pakistan setzt Rücknahmeabkommen mit EU aus

  • Aktualisiert am

Innenminister Chaudhry Nisar Ali Khan Bild: AP

Der pakistanische Innenminister beklagt einen „offenkundigen Missbrauch“ des Rücknahmeabkommens durch EU-Staaten. Deshalb verbietet er Flugzeugen mit abgeschobenen Flüchtlingen die Landung.

          1 Min.

          Pakistan hat vorübergehend ein Rücknahmeabkommen für Flüchtlinge mit der Europäischen Union ausgesetzt. Innenminister Chaudhry Nisar Ali Khan warf den EU-Staaten am späten Freitagabend in einer Erklärung „offenkundigen Missbrauch“ vor. Oft würden Pakistaner ohne genauere Prüfung als Terroristen gebrandmarkt und zurückgeschickt. „Das ist nicht akzeptabel“, sagte Khan. Das Abkommen werde daher für alle EU-Staaten mit Ausnahme Großbritanniens ausgesetzt. Flugzeuge mit abgeschobenen Migranten dürften in Zukunft nicht mehr in Pakistan landen.

          Tausende Pakistaner nehmen jedes Jahr in der Hoffnung auf ein besseres Leben die gefährliche Route über Iran und die Türkei nach Europa auf sich. Khan sagte, allein im vergangenen Jahr seien 90.000 Pakistaner aus aller Welt in ihr Heimatland zurückgeschickt worden.

          Der Minister machte keine Angaben dazu, welcher EU-Staat zuletzt Pakistaner unter Anwendung von Antiterrorgesetzen nach Pakistan abgeschoben habe. EU-Vertreter in Islamabad sagten, sie hätten keine Kenntnis von einer solchen Maßnahme.

          Die EU hat seit rund fünf Jahren ein Rücknahme-Abkommen mit Pakistan. Es sieht vor, Einwanderer aus dem Land ohne Aufenthaltsrecht sowie andere Staatsangehörige, die Pakistan auf ihrem Weg in die EU passiert haben, dorthin zurückzuführen.

          Weitere Themen

          Geschichten der Ohnmacht

          Assads Vormarsch in Idlib : Geschichten der Ohnmacht

          Die syrischen Truppen rücken in Idlib ohne Rücksicht auf die Zivilbevölkerung vor. Die Türkei hält mit Unterstützung für die Rebellen dagegen – aber nur, solange das Moskau nicht zu sehr verärgert.

          CDU in Hamburg nur noch auf Platz 3 Video-Seite öffnen

          Drohendes Wahldebakel : CDU in Hamburg nur noch auf Platz 3

          Der Hamburger CDU-Spitzenkandidat Marcus Weinberg hat es schwer, die rotgrüne Koalition mit einem inhaltlichen Wahlkampf in Bedrängnis zu bringen. Aktuelle Umfragen sehen seine Partei nur noch auf dem dritten Platz in der Hansestadt

          Topmeldungen

          Markus Söder vor der CSU-Vorstandssitzung am 17. Februar in München

          CDU-Vorsitz : Kein Reißer in Sicht

          In der CSU löst keiner der möglichen Kandidaten für den CDU-Vorsitz Begeisterung aus. Muss doch noch Markus Söder ran?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.