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Flüchtlinge : Mehr Afghanen kehren zurück

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Zukunft und Vergangenheit: Afghanische Migranten kehren aus dem Nachbarland Iran nach Herat zurück. Bild: Reuters

Immer mehr afghanische Flüchtlinge kehren freiwillig aus Europa in ihr Heimatland zurück. Für Deutschland hat sich die Zahl zuletzt fast verdoppelt.

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          Die Zahl der afghanischen Migranten, die freiwillig aus Deutschland in ihr Heimatland zurückgekehrt sind, hat sich zuletzt fast verdoppelt. Wie die Internationale Organisation für Migration (IOM) der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am Donnerstag mitteilte, kehrten im zweiten Quartal dieses Jahres 1358 Afghanen aus der Bundesrepublik zurück, nach 764 im ersten Quartal und lediglich 30 im Vergleichsquartal 2015. Noch deutlichere Zuwächse wurden aus Griechenland (von 30 auf 678) und der Türkei (von 26 auf 258) verzeichnet. IOM betreibt ein Aufnahmezentrum am Kabuler Flughafen, wo Rückkehrer aus Europa registriert werden. Auffällig sei zudem eine Verdreifachung der Zahl zurückkehrender Familien, heißt es im jüngsten Quartalsbericht der IOM.

          Unterdessen ist die Schutzquote für afghanische Asylbewerber in Deutschland in diesem Jahr nach Berechnungen von Pro Asyl deutlich gesunken, obwohl sich im gleichen Zeitraum die Sicherheitslage verschlechtert hat. Laut einer noch unveröffentlichten Studie der Organisation wurde im ersten Halbjahr dieses Jahres nur noch 52,9 Prozent der Antragsteller ein Schutzstatus nach inhaltlicher Prüfung durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) zugesprochen. Im vergangenen Jahr hatten laut Pro Asyl noch 78 Prozent einen positiven Bescheid erhalten. Dies weicht ab von der offiziellen, vom Bamf veröffentlichten Anerkennungsquote, die auch Fälle berücksichtigt, die aus formalen Gründen an andere EU-Staaten verwiesen wurden. Diese sank von 47 Prozent im vergangenen Jahr auf 44,5 Prozent im ersten Halbjahr 2016.

          Pro Asyl führt den Rückgang auf einen Politikwechsel der Bundesregierung zurück. So werde in Bundesamtsbescheiden vermehrt auf die Regionen Herat, Kabul und Mazar-e-Sharif als sichere Fluchtalternativen verwiesen. Bundesinnenminister Thomas de Maizière hatte Anfang des Jahres erklärt, es gebe in Afghanistan genügend sichere Gebiete, in die abgelehnte Asylbewerber zurückkehren könnten. Benannt hatte er die Gebiete aber nicht.

          Als Gründe für die wachsende Zahl freiwilliger afghanischer Rückkehrer sieht Pro Asyl neben der langen Verfahrensdauer auch „behördliche Übertölpelung und Falschberatung“. Häufig werde Asylbewerbern auch von „ahnungslosen Ehrenamtlichen“ der Eindruck vermittelt, sie hätten keine Chance auf ein Bleiberecht. Die meisten Asylbewerber, die Deutschland im ersten Halbjahr 2016 verlassen haben, stammten aus Albanien, Serbien und Irak.

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