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Flüchtlinge : BKA besorgt über „radikale Aktivitäten“ in Moscheen

  • Aktualisiert am

Merkez-Moschee in Duisburg Bild: dpa

Das Bundeskriminalamt warnt vor einer Radikalisierung von Flüchtlingen durch islamistische Prediger. BKA-Chef Münch fordert von den Imamen mehr Einsatz im Kampf gegen Extremisten.

          Das Bundeskriminalamt (BKA) warnt vor einem steigenden Einfluss von Islamisten auf Flüchtlinge. Er sehe die Gefahr, dass radikale Salafisten die Notlage von Asylsuchenden in Deutschland ausnutzten, sagte BKA-Präsidenten Holger Münch den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Samstag. Junge männliche, muslimische Flüchtlinge suchten Anschluss in Deutschland und wollten zugleich ihre Religion ausüben. Wenn sie dabei in einer Moschee an salafistische Islamprediger gerieten, bestehe die Gefahr einer Radikalisierung, sagte der BKA-Chef. „Radikale Aktivitäten in Moscheen bereiten uns durchaus Sorge“, fügte Münch hinzu.

          Im Kampf gegen Islamisten forderte Münch, mehr Einsatz von den Imamen in Deutschland. „Wir spüren keine Vorbehalte gegen die Polizeiarbeit. Einige Gemeinden tun sich allerdings schwer damit, anzuerkennen, dass ihr Glaube von Radikalen missbraucht wird“, sagte er. Muslime dürften dies jedoch nicht ignorieren. „Hier brauchen wir mehr Engagement – auch auf Seiten der Imame“, so Münch.

          45 Brandstiftungen gegen Asylunterkünfte

          Er warnte zudem vor einer neuen Qualität der Gewalt gegen Flüchtlinge. „Uns bereitet vor allem Sorge, dass die Qualität der Gewalt steigt“, sagte Münch. In diesem Jahr habe es bereits 45 Brandstiftungen bei Asylunterkünften gegeben. Aktuell gebe es jedoch keine Erkenntnisse auf überregionale rechtsextremistische Strukturen, die gezielt Anschläge auf Flüchtlinge organisierten. Die Gewalttäter agierten eher lokal.

          Die Täter seien überwiegend männlich, fast 80 Prozent kämen aus dem Ort, an dem auch die Straftat verübt wurde, sagte Münch weiter. Ein Risiko der Bildung krimineller oder gar terroristischer Strukturen könne jedoch nicht ausgeschlossen werden. Besorgt äußerte sich der BKA-Chef zudem über die steigende verbale Gewalt durch Hasskriminalität im Internet. Die Zahl der registrierten Delikte liege bei etwa 3000 Fällen. Verbale Gewalt könne eine Vorstufe für Übergriffe auf Flüchtlinge sein. „Das nehmen wir sehr ernst“, unterstrich Münch.

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