https://www.faz.net/-gpf-8gevg

F.A.Z. Woche exklusiv : Türkei weitet Schutzzusage für Flüchtlinge erheblich aus

Flüchtlinge Anfang April auf Lesbos: Seit der Schließung der Balkanroute kommen immer weniger Asylsuchende nach Deutschland Bild: AP

Bisher nahm die Türkei nur Syrer auf, die erstmals um internationalen Schutz nachsuchten. Nun weitet Ankara seine Zusicherung auf alle Migranten aus. Für die Asylverfahren auf den griechischen Inseln ist das von entscheidender Bedeutung.

          1 Min.

          Der Europäischen Union ist ein wichtiger Durchbruch in den Verhandlungen mit der Türkei über die Rücknahme von Flüchtlingen aus Griechenland gelungen. Bisher hatte Ankara nur Syrern eine Schutzzusage gegeben, nun erstreckt sie sich auch auf nicht-syrische Migranten. Das hat die türkische Regierung über ihren EU-Botschafter Selim Yenel der EU-Kommission in einem Brief mitgeteilt, wie die Frankfurter Allgemeine Woche in ihrer neuen Ausgabe berichtet.

          Thomas Gutschker

          Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Benelux-Länder mit Sitz in Brüssel.

          Das neue Wochenmagazin zitiert aus dem Schreiben: „Im Wege einer individuellen Prüfung wird jeder Nicht-Syrer, der in der Türkei erstmals um internationalen Schutz nachsucht, in einem vernünftigen Zeitraum registriert und die wirksame Gelegenheit haben, internationalen Schutz zu beantragen.“ Die Türkei sichert ausdrücklich zu, dass Antragsteller „Schutz vor Zurückweisung in Übereinstimmung mit internationalen Standards genießen“.

          Diese Zusage betrifft nicht nur Bürgerkriegsflüchtlinge, sondern alle Migranten. Ankara ging damit weiter, als es in den Gesprächen zuvor signalisiert hatte, berichtet die Frankfurter Allgemeine Woche weiter. Für die EU ist das von entscheidender Bedeutung, weil nun die Rückführung von Migranten aus Griechenland beschleunigt werden kann. Fast alle Flüchtlinge haben dort Asyl beantragt, sie dürfen gegen ablehnende Bescheide klagen. Griechische Asylrichter waren nur bereit, Einsprüche abzuweisen, wenn die Türkei eine Rechtsgarantie für die Betroffenen gibt. Nun können die ersten Verfahren abgeschlossen werden. 

          Ergebnis eines Gesprächs mit Merkel und Tusk

          Von den 6500 Migranten, die auf griechischen Inseln festsitzen, kommen 2500 Personen aus Syrien, die anderen aus Afghanistan, Irak, Iran, Pakistan, Bangladesch und weiteren Staaten. Die Zusage ist das Ergebnis eines Gesprächs, das Bundeskanzlerin Merkel, EU-Ratspräsident Tusk und EU-Vizepräsident Timmermans vor kurzem mit dem türkischen Ministerpräsidenten Davutoglu in Gaziantep geführt hatten, schreibt die Frankfurter Allgemeine Woche weiter.

          Die europäischen Besucher hatten zuvor öffentlichkeitswirksam das Engagement der Türkei für syrische Flüchtlinge gewürdigt und das auf sechs Milliarden Euro angelegte Hilfsprogramm der EU symbolisch gestartet. Einen Tag später traf der türkische Brief in Brüssel ein.

          Weitere Themen

          Söder als Kanzlerkandidat für die CSU Video-Seite öffnen

          Einstimmige Wahl : Söder als Kanzlerkandidat für die CSU

          Das CSU-Präsidium hat sich am Montag einstimmig für CSU-Chef Markus Söder als Kanzlerkandidat der Union ausgesprochen. Es gebe in der CSU die Überzeugung, dass Söder der am besten geeignete Kandidat der Union sei, sagte CSU-Generalsekretär Markus Blume.

          Topmeldungen

          Marco Buschmann (FDP) spricht Ende März im Bundestag.

          Bundesweite Notbremse : Ein Entwurf mit Sprengkraft

          Die Regierung will eine einheitliche Notbremse durchsetzen, indem sie das Infektionsschutzgesetz reformiert. Dagegen regt sich Widerstand. Die FDP hat nicht nur mit dem Inhalt des Entwurfs Probleme.
          Auch hier ist Geduld gefragt: Schlange vor einem Impfzentrum in Hagerstown im amerikanischen Bundesland Maryland

          Impfen in Amerika : Eine Spritze von Donald

          Wie kommt man an Impfstoff? Auch in den Vereinigten Staaten dauert das. Doch dann bekommt unser Korrespondent eine Nachricht – und plötzlich geht alles ganz schnell.
          Der Herzog von Edinburgh trifft um 1960 mit seinem Sohn Charles zum Verwandtenbesuch in Deutschland ein.

          Erinnerung an ein Treffen : „Ich bin der Philip!“

          Unser Autor war noch Praktikant, als er einen Tipp bekam: Prinz Philip würde zum Verwandtenbesuch nach Deutschland reisen. Also fuhr er zum Flughafen – und plauderte mit dem Royal und seinem Sohn Charles im Shuttlebus.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.