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„Rein technische Annahme“ : Regierung vermutet 3,6 Millionen Flüchtlinge bis 2020

  • Aktualisiert am

Flüchtlinge besuchen einen Deutschkurs im niedersächsischen Vechta Bild: dpa

Eine seriöse Prognose kann derzeit niemand abgeben. Also rechnet die Bundesregierung pauschal mit einer halben Million neuer Flüchtlinge Jahr für Jahr. Derweil werden zurückgekehrte Afghanen mit 700 Euro belohnt.

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          Die Bundesregierung rechnet bis 2020 mit insgesamt 3,6 Millionen Flüchtlingen. Dabei handele es sich um innerhalb der Regierung abgestimmte Prognosen des Wirtschaftsministeriums, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Das Bundeswirtschaftsministerium bestätigte dem Blatt, dass es zur Projektion der wirtschaftlichen Entwicklung „intern eine rein technische Annahme für die Zuwanderung getroffen und innerhalb der Bundesregierung ressortabgestimmt“ habe.

          Da es gegenwärtig aber nicht möglich sei, Flüchtlingszahlen seriös vorherzusagen, wolle die Bundesregierung keine offizielle Prognose abgeben. Den internen Zahlen zufolge würde zwischen 2016 und 2020 jährlich durchschnittlich eine halbe Million Flüchtlinge in Deutschland aufgenommen.

          Zusammen mit den 1,1 Millionen Flüchtlingen aus dem Jahr 2015 ergibt sich so die Zahl von 3,6 Millionen.

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          Geld für Rückreise nach Afghanistan

          Den jüngsten Rückflug von afghanischen Asylbewerbern habe die Bundesregierung mit finanziellen Anreizen unterstützt, berichtet unterdessen die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf Informationen aus dem Bundesinnenministerium. Demnach erhielt jeder zurückgekehrte Afghane eine Prämie von 700 Euro. Das Geld für die freiwillig ausreisenden Asylbewerber stamme aus dem Rückkehrförder- und Starthilfe-Programms (REAG/GARP). Der Betrag setze sich demnach aus 200 Euro Reisebeihilfe sowie einer Starthilfe von 500 Euro zusammen.

          In den vergangenen Wochen war die Zahl afghanischer Flüchtlinge in Deutschland stark gestiegen. Nur ein Teil von ihnen hat eine Bleibeperspektive. Die Bundesregierung argumentiert, dass es in Afghanistan selbst ausreichend sichere Gegenden für Afghanen gebe, die wegen der Bedrohung durch die radikalislamische Taliban ihre Häuser verlassen müssten.

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