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Gauck zur Flüchtlingskrise : „Wir wollen helfen, aber unsere Möglichkeiten sind endlich“

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Bundespräsident Joachim Gauck während seiner Rede, die er am Sonntag zur Eröffnung der „Interkulturellen Woche“ in Mainz hielt. Bild: dpa

Bundespräsident Gauck bezeichnet die Flüchtlingskrise als „epochales Ereignis“. Das Ausmaß sei noch schwer zu erfassen, aber „unsere Aufnahmekapazität ist begrenzt“. Die EU-Staaten sollten ihre Außengrenzen schützen.

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          Bundespräsident Joachim Gauck hat die Deutschen angesichts der Flüchtlingskrise dazu aufgerufen, die innere Einheit im Land zu bewahren. Gauck sagte am Sonntagabend in einer Rede zur Eröffnung der „Interkulturellen Woche“ in Mainz, er habe die Bitte, „dass sich die Besorgten und die Begeisterten nicht gegenseitig denunzieren und bekämpfen, sondern sich im konstruktiven Dialog begegnen“. Der Bundespräsident nannte die Ankunft so vieler Flüchtlinge in Deutschland ein epochales Ereignis, „dessen Ausmaß und Tragweite wir noch schwer erfassen können“.

          Einerseits seien Hilfsbereitschaft und Tatkraft der freiwilligen und der hauptamtlichen Helfer bei der Unterbringung der Ankömmlinge beeindruckend, andererseits treibe viele die Sorge um, ob der Zuzug Deutschland überfordere. Gauck sagte, es sei möglich, das „fundamentale Dilemma dieser Tage offen anzusprechen“. Er beschrieb es selbst: „Wir wollen helfen. Unser Herz ist weit. Doch unsere Möglichkeiten sind endlich.“

          Bundespräsident Joachim Gauck bei einem Besuch einer Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Berlin-Wilmersdorf Ende August
          Bundespräsident Joachim Gauck bei einem Besuch einer Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Berlin-Wilmersdorf Ende August : Bild: dpa

          Einerseits habe das Asylrecht, das als Lehre aus der Zeit des Nationalsozialismus inzwischen „eingewoben“ sei in die „politische DNA“ Deutschlands, hierzulande eine herausragende Bedeutung. Andererseits gelte: „Unsere Aufnahmekapazität ist begrenzt, auch wenn noch nicht ausgehandelt ist, wo diese Grenzen liegen.“

          Der Bundespräsident zeigte sich sicher, dass viele Flüchtlinge aktiv die Chancen ergreifen wollten, die Deutschland biete. Um jene aber, „die Säkularismus und Moderne kritisieren und in den Traditionen und Rechtstraditionen ihrer Herkunftsregion verharren“, müsse man sich bemühen, ihnen müsse man die in Deutschland geltenden Normen erklären und sie vorleben.

          „Spannung zwischen Wollen und Können“

          Eine aktive Zivilgesellschaft und eine fähige Verwaltung könnten die Kraftanstrengung leisten, die zur Unterbringung der Flüchtlinge nötig sei. Gauck nannte als weitere Voraussetzung allerdings, dass „der Zustrom der Schutzsuchenden besser steuerbar wird“. Er nannte als Bedingung dafür, dass der Staatenverbund der EU seine äußeren Grenzen schütze. Gauck sprach von der Spannung „zwischen dem Wollen und dem Können“. An die Flüchtlinge appellierte er, sie sollten rasch Deutsch lernen und sich integrieren. „Wir Deutschen erwarten und erhoffen etwas von Ihnen.“

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