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Schleswig-Holstein : Bürgermeister wohl wegen Asylplänen niedergeschlagen

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Weil ein Bürgermeister in Schleswig-Holstein Flüchtlinge im Dorf unterbringen wollte, wurde er hinterrücks niedergeschlagen. Davon geht zumindest die Polizei aus. Der Fall hat eine Vorgeschichte.

          Er wollte Flüchtlinge im Dorf unterbringen - deshalb ist der Bürgermeister von Oersdorf in Schleswig-Holstein nach Ansicht der Polizei niedergeschlagen worden. Wie ein Polizeisprecher in der Nacht zum Freitag sagte, schlug ein Unbekannter dem Bürgermeister unmittelbar vor einer Sitzung des Bauausschusses am Donnerstagabend von hinten mit einem Knüppel oder einem Kantholz auf den Kopf. Der 61-Jährige verlor das Bewusstsein und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Der Täter floh unerkannt.

          Noch am Donnerstag hatte der Bürgermeister nach Angaben des Sprechers einen Drohbrief erhalten - mit den Worten: „Wer nicht hören will, muss fühlen“ und „Oersdorf den Oersdorfern“.

          Seit Monaten erreichen ihn immer wieder Drohungen. Nach Angaben der Oersdorfer Wählervereinigung, der der Bürgermeister angehört, mussten wegen Bombendrohungen zweimal die Sitzungen des Bauausschusses ausfallen. Hintergrund der Einschüchterungsversuche ist demnach die Überlegung, Flüchtlinge in ein Haus im Ort einziehen zu lassen.

          Inzwischen äußerte sich der Innenminister von Schleswig-Holstein, Stefan Studt, zu dem Vorfall: „Das darf nicht passieren. Demokratie muss wehrhaft sein“, sagte er er am Freitag. Ehrenamtliche Gemeindevertreter und Bürgermeister müssten ohne Angst arbeiten können. Auf die Frage eines möglicherweise rechtsextremen Hintergrunds ging Studt nicht näher ein. Die Polizei ermittle in alle Richtungen, auch wenn sich „diese Richtung wegen des Ablaufs der vergangenen Wochen aufdrängt“, sagte er.

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