https://www.faz.net/-gpf-8lxiy

Schleswig-Holstein : Bürgermeister wohl wegen Asylplänen niedergeschlagen

  • Aktualisiert am

Weil ein Bürgermeister in Schleswig-Holstein Flüchtlinge im Dorf unterbringen wollte, wurde er hinterrücks niedergeschlagen. Davon geht zumindest die Polizei aus. Der Fall hat eine Vorgeschichte.

          1 Min.

          Er wollte Flüchtlinge im Dorf unterbringen - deshalb ist der Bürgermeister von Oersdorf in Schleswig-Holstein nach Ansicht der Polizei niedergeschlagen worden. Wie ein Polizeisprecher in der Nacht zum Freitag sagte, schlug ein Unbekannter dem Bürgermeister unmittelbar vor einer Sitzung des Bauausschusses am Donnerstagabend von hinten mit einem Knüppel oder einem Kantholz auf den Kopf. Der 61-Jährige verlor das Bewusstsein und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Der Täter floh unerkannt.

          Noch am Donnerstag hatte der Bürgermeister nach Angaben des Sprechers einen Drohbrief erhalten - mit den Worten: „Wer nicht hören will, muss fühlen“ und „Oersdorf den Oersdorfern“.

          Seit Monaten erreichen ihn immer wieder Drohungen. Nach Angaben der Oersdorfer Wählervereinigung, der der Bürgermeister angehört, mussten wegen Bombendrohungen zweimal die Sitzungen des Bauausschusses ausfallen. Hintergrund der Einschüchterungsversuche ist demnach die Überlegung, Flüchtlinge in ein Haus im Ort einziehen zu lassen.

          Inzwischen äußerte sich der Innenminister von Schleswig-Holstein, Stefan Studt, zu dem Vorfall: „Das darf nicht passieren. Demokratie muss wehrhaft sein“, sagte er er am Freitag. Ehrenamtliche Gemeindevertreter und Bürgermeister müssten ohne Angst arbeiten können. Auf die Frage eines möglicherweise rechtsextremen Hintergrunds ging Studt nicht näher ein. Die Polizei ermittle in alle Richtungen, auch wenn sich „diese Richtung wegen des Ablaufs der vergangenen Wochen aufdrängt“, sagte er.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Kein Lockdown: In Delmenhorst bleiben trotz einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 200 die Geschäfte und Restaurants geöffnet.

          Neue Corona-Grenzwerte? : Bayern prescht vor, Hessen und Niedersachsen warten

          Während Bayern einen neuen Corona-Grenzwert einführt, geben sich andere Bundesländer reserviert. Von einem Lockdown wie in Berchtesgaden wollen die Verantwortlichen in den Hotspots Delmenhorst, Frankfurt und Offenbach vorerst nichts wissen.
          Das Kulturerbe mit Öl bespritzt: Friederike Seyfried, die Direktorin des Ägyptischen Museums, vor einer beschädigten Stele aus dem nordsyrischen Fundort Tell Halaf.

          Anschlag auf Berliner Museen : Die Entweihung des Kulturerbes

          Am Tag der deutschen Einheit wurden vier Sammlungen auf der Berliner Museumsinsel Opfer eines hinterhältigen Anschlags. Mangelnde Sicherheitsvorkehrungen während der Öffnungszeiten machten es dem Täter leicht, sein Zerstörungswerk zu verrichten.
          Der Pianist Igor Levit engagiert sich auch politisch: hier am 9. November 2018 auf der 43. Bundesdelegiertenkonferenz von Bündnis 90/Die Grünen in Leipzig.

          SZ und Igor Levit : Der Druck der Masse

          Erst veröffentlicht die „Süddeutsche Zeitung“ eine Polemik gegen den Pianisten Igor Levit, dann entschuldigt sie sich dafür. Was geht da eigentlich vor?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.