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Brandstiftung : Wieder brennt eine Flüchtlingsunterkunft

  • Aktualisiert am

Friemar: In der Wand der Turnhalle klafft nun ein zwei mal zwei Meter großes Loch. Bild: dpa

Im thüringischen Friemar ist die Fassade einer Notunterkunft für Flüchtlinge in Flammen aufgegangen. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Auch in Xanten in Nordrhein-Westfalen kam es zu einem Zwischenfall.

          Das Feuer in einer Notunterkunft für Flüchtlinge im thüringischen Friemar bei Gotha geht nach Einschätzung der Polizei auf Brandstiftung zurück. Ein fremdenfeindlicher Hintergrund könne nicht ausgeschlossen werden, teilte eine Polizeisprecherin in Gotha mit. Nach ihren Angaben brach das Feuer am frühen Sonntagmorgen an mobilen Toilettenhäuschen aus, die an einer Turnhalle aufgestellt waren. Die Flammen griffen auf die Fassade des Gebäudes über, in dem zwei Familien mit insgesamt zehn Personen untergebracht waren. Sie hätten sich selbst in Sicherheit bringen können und seien unverletzt geblieben, sagte Bürgermeister Steffen John (CDU). „Sie waren geschockt und verängstigt.“

          Noch unklar ist laut Polizei, ob der Brand vorsätzlich gelegt oder etwa durch eine Zigarette auf der Toilette Auslöser ausgelöst wurde. Auch die Höhe des Schadens stand zunächst noch nicht fest. Nach Angaben des Bürgermeisters klafft nun ein zwei mal zwei Meter großes Loch in der Wand zu den Umkleideräumen.

          Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linkspartei) reagierte entsetzt. „Das war eine Brandstiftung an einem bewohnten Gebäude und damit ein Anschlag auf Leib und Leben von Menschen, die in Thüringen Schutz suchen“, schrieb er auf Twitter. Ramelow sprach von einem Anschlag auf die Grundwerte der Gesellschaft. Gewalt und Hetze dürften keinen Platz in Thüringen haben.

          Bereits am Samstag hatte es in Thüringen in einem für die Unterbringung von Flüchtlingen geplanten Haus gebrannt. Jetzt ist das Haus in Bischhagen im Eichsfeld unbewohnbar. Die Ursache des Feuers ist noch unklar. Die Polizei schloss auch einen technischen Defekt nicht aus. In dem Gebäude sei noch bis zum Vortag gearbeitet worden, sagte ein Sprecher. Außerdem seien technische Geräte an die Stromversorgung angeschlossen gewesen. Der Schaden wird auf etwa 100.000 Euro geschätzt.

          Am Samstag, dem Tag der Deutschen Einheit, brannte im thüringischen Bischhagen dieses Fachwerkhaus ab, das als Flüchtlingsunterkunft vorgesehen war.

          In der Nacht zum Sonntag ist überdies in einer ehemaligen Schule und geplanten Asylunterkunft in Xanten (Nordrhein-Westfalen) ein Feuer ausgebrochen. Nach ersten Ermittlungen sollen Spuren eines Brandbeschleunigers im Erdgeschoss gefunden worden sein. In der früheren Förderschule sei eine zerbrochene Glasflasche gefunden worden, sagte Xantens Bürgermeister Thomas Görtz. Außerdem habe es nach Benzin gerochen. Der Boden wurde auf mehreren Quadratmetern beschädigt. „Wir lassen uns von diesem Ereignis keinesfalls von unserem Vorhaben abbringen, die Förderschule zu einer Flüchtlingsunterkunft umzuwandeln“, sagte Görtz.

          Erst vor drei Wochen hatten Unbekannte in Gerstungen im Wartburgkreis eine für Flüchtlinge angebotene Wohnung angezündet. Wenige Tage zuvor brannten in Rockensußra (Kyffhäuserkreis) die Dachstühle von drei leerstehenden Gebäuden, kurz bevor der Ortschaftsrat darüber diskutieren wollte, ob dort Flüchtlinge einziehen sollen. Die Polizei geht in all diesen Fällen von Brandstiftung aus.

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