https://www.faz.net/-gpf-8lleg

Feuer in Flüchtlingslager : Mutmaßliche Brandstifter auf Lesbos festgenommen

  • Aktualisiert am

Flüchtlinge in den Überresten von Zelten im abgebrannten Lager auf Lesbos Bild: Reuters

Nach dem Brand in einem Flüchtlingslager spitzt sich die Lage auf der griechischen Insel Lesbos zu. Mehr als 3000 Menschen sind obdachlos. Die Polizei hat 18 Männer wegen des Verdachts auf Brandstiftung festgenommen.

          1 Min.

          Nach dem Brand im Flüchtlingslager „Moria“ spitzt sich die Lage auf der griechischen Insel Lesbos zu. Mehr als 3000 Flüchtlinge und Migranten wurden durch das Feuer obdachlos, viele haben sich auf der Insel versteckt, um einer möglichen Abschiebung in die Türkei zu entgehen, berichten griechische Medien am Dienstag. Die Situation könne jederzeit wieder eskalieren, warnte Bürgermeister Spyros Galinos.

          Flüchtlinge vor dem abgebrannten Lager

          Die Situation im völlig überfüllten Auffanglager der Insel war am Montagabend eskaliert. Ersten Erkenntnissen zufolge legten Flüchtlinge und Migranten an verschiedenen Stellen Feuer, so dass der sogenannte Hotspot zu mehr als 60 Prozent zerstört wurde. Anschließend machten sich die Menschen auf den Weg zum Hafen der Insel.

          „Angesichts des überfüllten Lagers war es nur eine Frage der Zeit, bis das passiert“, sagte Galinos. „Wenn die Situation nicht umgehend entschärft wird, werden wir sicher wieder neue, noch schlimmere Vorfälle erleben.“

          Das Lager in der Nacht zum Dienstag

          Am Dienstagmorgen nahm die griechische Polizei auf der Insel 18 Flüchtlinge und Migranten fest. Die Männer aus Afghanistan, Kamerun, Senegal und Syrien stehen im Verdacht, für die Brandstiftung und die Krawalle inner- und außerhalb des sogenannten Hotspots verantwortlich zu sein, berichtete die Athener Tageszeitung „Kathimerini“. Mindestens neun von ihnen sollen dem Haftrichter vorgeführt werden.

          Die griechische Regierung äußerte sich zunächst nicht zu den Vorfällen. Ministerpräsident Alexis Tsipras und andere Regierungsmitglieder nehmen derzeit am UN-Flüchtlingsgipfel in New York teil. Galinos warf Athen Versäumnisse vor. Er selbst habe wiederholt um Hilfe gebeten und gewarnt. „Es kann nicht sein, dass nur rund 15 Gemeinden in ganz Griechenland die gesamte Flüchtlingsproblematik schultern.“

          Seit dem Flüchtlingspakt zwischen der EU und der Türkei im März dieses Jahres dienen die Hotspots dazu, illegal eintreffende Neuankömmlinge festzuhalten, um sie zurück in die Türkei zu schicken. Zuvor können die Menschen einen Asylantrag stellen - allerdings zieht sich die Prozedur mangels Personal in die Länge, so dass die Hotspots längst überfüllt sind.

          Weitere Themen

          Kongress stellt sich hinter Hongkonger Demonstranten Video-Seite öffnen

          Amerika mischt mit : Kongress stellt sich hinter Hongkonger Demonstranten

          Der Kongress hat zwei Gesetzesentwürfe zur Unterstützung der Demokratiebewegung in Hongkong beschlossen. Die Texte sehen vor, dass die Handelsprivilegien Amerikas für Hongkong regelmäßig überprüft werden. Außerdem wird der Verkauf von Tränengas, Gummigeschossen und anderen Geräten verboten.

          Topmeldungen

          TV-Debatte der Demokraten : Biden kämpft um seinen Status

          Bei der fünften Debatte der Demokraten versuchten sich die zentristischen Kandidaten zu profilieren: Joe Biden ist nicht mehr der unumstrittene Favorit. Natürlich ging es dabei auch um das Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Trump.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.