https://www.faz.net/-gpf-89mqr

Ägäis : Boot mit 150 Flüchtlingen vor Lesbos gekentert

  • Aktualisiert am

Gerettet: Ein Mitarbeiter der griechischen Küstenwache bringt ein Mädchen von einem am Freitag gekenterten Flüchtlingsboot an Land. Bild: AFP

Vor der griechischen Insel Lesbos sind zwei Boote mit vielen Flüchtlingen an Bord kurz hintereinander gekentert. Der Bürgermeister der Insel fordert nun Konsequenzen.

          1 Min.

          Das Flüchtlingsdrama in der Ägäis findet kein Ende: Ein Boot mit etwa 150 Flüchtlingen an Bord soll nach griechischen Medienberichten am Samstag vor der Ostägäisinsel Lesbos gekentert sein. Starker Wind sorge in der Region für hohe Wellen, berichtete das griechische Staatsradio weiter.

          Rettungsmannschaften der Küstenwache und Fischer mit ihren Booten suchten im Meer nach den Verunglückten, hieß es. Schon am Morgen hatte die Küstenwache nach dem Kentern eines anderen Bootes vor Lesbos 35 Flüchtlinge aus den Fluten gerettet. Der Bürgermeister von Lesbos, Spyros Galinos, verlangte als Konsequenz, dass künftig Fähren die Flüchtlinge direkt und sicher aus der Türkei nach Griechenland bringen sollten. So lange die EU nicht den geeigneten Druck auf die Türkei ausübe, den Flüchtlingszustrom zu kontrollieren, bleibe keine andere Möglichkeit, als diese Menschen zur Registrierung mit Fähren auf seine Insel zu bringen, damit sie nicht im Meer ertränken. „Wir müssen dieses Verbrechen beenden“, sagte Galinos der Athener Zeitung „Kathimerini“ vom Samstag. Die Leichenhallen der Insel seien voller Opfer, hieß es.

          Auch Jugendorganisationen und Bürgerinitiativen forderten die Regierung in Athen auf, die Landesgrenze Griechenlands zur Türkei entlang des Flusses Evros (türkisch Meriç) zu öffnen. Dann müssten die Flüchtlinge nicht mehr die gefährliche Überfahrt von der türkischen Küste zu den griechischen Inseln unternehmen. Die Parteijugend der linken Regierungspartei Syriza forderte, dass auch ein etwa zehn Kilometer langer Zaun an der türkisch-griechischen Grenze niedergerissen wird.

          Aus Protest gegen das Flüchtlingsdrama hatten Mitglieder und Sympathisanten der Kommunistischen Partei Griechenlands (KKE) am Samstagmorgen zwei große Transparente an der Mauer des Wahrzeichens von Athen, der Akropolis, aufgehängt. „Stoppt dieses Verbrechen jetzt“, steht darauf geschrieben. Die Kommunisten machen die EU und die Nato verantwortlich für das Drama. In den vergangenen zwei Tagen waren in der Ägäis 48 Flüchtlinge und Migranten, unter ihnen auch 31 Kinder, ums Leben gekommen. Insgesamt sollen nach einer vorläufigen Schätzung der Behörden seit Jahresbeginn etwa 3000 Personen in der Ägäis ertrunken sein.

          Weitere Themen

          „Es war ein quid pro quo“ Video-Seite öffnen

          Sondland belastet Trump schwer : „Es war ein quid pro quo“

          Der amerikanische Botschafter bei der EU, Gordon Sondland, sagte in der Anhörung für das von den oppositionellen Demokraten angestrebte Amtsenthebungsverfahren, auf Anordnung Trumps sei Unterstützung für die Ukraine von Gegenleistungen der dortigen Regierung abhängig gemacht worden.

          Topmeldungen

          Hinter den Häusern und Kirchen der Innenstadt in München sind am Morgen die Berge sichtbar.

          Bauvorhaben und Infrastruktur : Bayern und seine Schwächen

          Bayern steht gut da, doch auch im Freistaat hakt es mancherorts außerordentlich. In München droht gar ein verkehrspolitisches Desaster – das bald womöglich den Vergleich mit dem Berliner Flughafen nicht mehr scheuen muss.
          Der amerikanische Präsident Donald Trump gemeinsam mit Apple-Chef Tim Cook in einem Computerwerk in Austin, Texas

          Freundschaftstest : Trump macht Apple Hoffnung

          Tim Cook empfängt den Präsidenten zum Fototermin in einem Computerwerk in Texas. Dieser nützt die Kulisse für Attacken gegen seine politischen Gegner – und signalisiert, dass Apple von Strafzöllen verschont werden könnte.
          Peter Feldmann bei einem Besuch im Awo-Jugendhaus im Frankfurter Gallusviertel im Jahr 2014.

          Peter Feldmann und die Awo : Das Schweigen des Oberbürgermeisters

          Weil die Arbeiterwohlfahrt seine Ehefrau zu ungewöhnlich guten Konditionen beschäftigt haben soll, steht Peter Feldmann stark unter Druck. Die Awo rechtfertigt derweil die hohe Bezahlung der Frau des Frankfurter Oberbürgermeisters – und hat noch in einem anderen Fall Probleme.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.