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Ägäis : Boot mit 150 Flüchtlingen vor Lesbos gekentert

  • Aktualisiert am

Gerettet: Ein Mitarbeiter der griechischen Küstenwache bringt ein Mädchen von einem am Freitag gekenterten Flüchtlingsboot an Land. Bild: AFP

Vor der griechischen Insel Lesbos sind zwei Boote mit vielen Flüchtlingen an Bord kurz hintereinander gekentert. Der Bürgermeister der Insel fordert nun Konsequenzen.

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          Das Flüchtlingsdrama in der Ägäis findet kein Ende: Ein Boot mit etwa 150 Flüchtlingen an Bord soll nach griechischen Medienberichten am Samstag vor der Ostägäisinsel Lesbos gekentert sein. Starker Wind sorge in der Region für hohe Wellen, berichtete das griechische Staatsradio weiter.

          Rettungsmannschaften der Küstenwache und Fischer mit ihren Booten suchten im Meer nach den Verunglückten, hieß es. Schon am Morgen hatte die Küstenwache nach dem Kentern eines anderen Bootes vor Lesbos 35 Flüchtlinge aus den Fluten gerettet. Der Bürgermeister von Lesbos, Spyros Galinos, verlangte als Konsequenz, dass künftig Fähren die Flüchtlinge direkt und sicher aus der Türkei nach Griechenland bringen sollten. So lange die EU nicht den geeigneten Druck auf die Türkei ausübe, den Flüchtlingszustrom zu kontrollieren, bleibe keine andere Möglichkeit, als diese Menschen zur Registrierung mit Fähren auf seine Insel zu bringen, damit sie nicht im Meer ertränken. „Wir müssen dieses Verbrechen beenden“, sagte Galinos der Athener Zeitung „Kathimerini“ vom Samstag. Die Leichenhallen der Insel seien voller Opfer, hieß es.

          Auch Jugendorganisationen und Bürgerinitiativen forderten die Regierung in Athen auf, die Landesgrenze Griechenlands zur Türkei entlang des Flusses Evros (türkisch Meriç) zu öffnen. Dann müssten die Flüchtlinge nicht mehr die gefährliche Überfahrt von der türkischen Küste zu den griechischen Inseln unternehmen. Die Parteijugend der linken Regierungspartei Syriza forderte, dass auch ein etwa zehn Kilometer langer Zaun an der türkisch-griechischen Grenze niedergerissen wird.

          Aus Protest gegen das Flüchtlingsdrama hatten Mitglieder und Sympathisanten der Kommunistischen Partei Griechenlands (KKE) am Samstagmorgen zwei große Transparente an der Mauer des Wahrzeichens von Athen, der Akropolis, aufgehängt. „Stoppt dieses Verbrechen jetzt“, steht darauf geschrieben. Die Kommunisten machen die EU und die Nato verantwortlich für das Drama. In den vergangenen zwei Tagen waren in der Ägäis 48 Flüchtlinge und Migranten, unter ihnen auch 31 Kinder, ums Leben gekommen. Insgesamt sollen nach einer vorläufigen Schätzung der Behörden seit Jahresbeginn etwa 3000 Personen in der Ägäis ertrunken sein.

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