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Bamf-Studie : Überwiegend jung und männlich

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Deutsch als Zeitsprache: Integrationskurs an einer Sprachschule in Hannover Bild: dpa

Im Jahr 2015 waren drei Viertel der Asylantragssteller männlich, zwei Drittel waren jünger als 33 Jahre alt. Das geht aus Befragungen des Bundesamts für Migration hervor.

          Jung, männlich, vorher erwerbstätig, kaum Deutschkenntnisse: Nach einer Analyse des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge selbst erhobener Daten von Asylantragstellern kann so der durchschnittliche Flüchtling in Deutschland beschrieben werden. Wie aus den am Donnerstag vom Bundesamt in Nürnberg veröffentlichten Daten hervorgeht, waren drei Viertel der 2015 nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge männlich. Gut zwei Drittel (68 Prozent) waren jünger als 33 Jahre alt. Bei Bildung und Erwerbstätigkeit gibt es je nach Herkunftsland und Geschlecht allerdings auch große Unterschiede.

          Die Daten stammen aus einer Befragung, an der Asylsuchende beim Stellen des ersten Antrags freiwillig teilnehmen konnten. 73 Prozent beantworteten laut Bundesamt die Fragen nach Bildung und vorheriger Arbeit.

          Bei der Befragung gaben 18 Prozent der Asylantragsteller eine Hochschule als höchste besuchte Bildungseinrichtung an, 20 Prozent ein Gymnasium, rund ein Drittel eine Mittelschule und 22 Prozent eine Grundschule. Sieben Prozent haben keine formelle Schulbildung. Während Afghanen, Eritreer, Pakistaner und Menschen aus Westbalkanstaaten ein durchschnittlich geringeres Bildungsniveau haben, sind Syrer und Iraner häufig besser gebildet. 27 Prozent der Syrer und 35 Prozent der Iraner haben demnach eine Hochschule besucht.

          Vor der Flucht haben der Kurzstudie zufolge drei Viertel der volljährigen Männer gearbeitet, aber nur ein Drittel der Frauen. Im Durchschnitt sind die Frauen unter den Flüchtlingen auch schlechter gebildet – Ausnahme sind Iranerinnen, die häufiger als ihre männlichen Landsleute angaben, eine Hochschule oder ein Gymnasium besucht zu haben.

          Aus den Ergebnissen leitet das Bundesamt besondere Förderbedarfe für die jeweiligen Gruppen ab. Besonders weist die Behörde auf die Bedeutung von Deutsch- und Integrationskursen hin, da nur zwei Prozent der Asylsuchenden laut Befragung Deutschkenntnisse mitbringen. Zudem sollte auf die Bedürfnisse bei Frauen besondere Rücksicht genommen werden, heißt es in der Studie.

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