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Bundesamt für Migration : 250.000 unerledigte Asylanträge

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Seit September 2015 ist Frank-Jürgen Weise Leiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. Bild: dpa

Deutschland registriert immer weniger Flüchtlinge. Aber die Zahl der unbearbeiteten Asylanträge bleibt weiterhin hoch. Erst im Frühjahr 2017 soll der Rückstau abgebaut sein.

          Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) wird wahrscheinlich mehr als 200.000 unerledigte Anträge mit in das Jahr 2017 nehmen, trotz des deutlich verringerten Flüchtlingszuzugs nach Deutschland. Diese Prognose machte der Leiter der Behörde, Frank-Jürgen Weise, am Donnerstag in Nürnberg. „Wir werden bis Ende des Jahres etwa 700.000 Anträge entscheiden“, sagte Weise. „Wir hätten dann einen Überhang von 200.000 bis 250.000 ins neue Jahr.“ Der Antragsrückstau werde weiter abgebaut, so Weise. „Das wird im Frühjahr 2017 abgearbeitet sein.“

          Ende August waren beim Bamf noch rund 567.500 Asylanträge unerledigt, wie das Bundesinnenministerium Anfang September in seiner monatlichen Statistik mitgeteilt hatte. Dass die Zahl der Asylanträge immer noch sehr hoch ist, liegt daran, dass die Behörde erst jetzt viele Asylanträge von Personen aufnimmt, die schon 2015 eingereist sind. So wurden im August rund 91.300 Asylanträge eingestellt. Tatsächlich neu eingereist waren im August laut Innenministerium rund 18.150 Flüchtlinge. Ein Jahr davor waren noch rund 104.500 Zugänge registriert worden.

          Anfang September hatte Weise im Gespräch mit der F.A.Z. bereits angekündigt, dass die Zahl von einer Million bearbeiteter Asylanträge für 2016 nicht zu halten sei. Weise ist seit September 2015 Leiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. Er sollte die in die Kritik geratene Behörde neu ordnen und den Stau der Asylanträge beseitigen.

          Nachdem Weise mehrfach angekündigt hatte, seine Doppelrolle als Leiter des Bundesamtes für Migration (Bamf) und der Bundesagentur für Arbeit (BA) zum Jahresende abgeben zu wollen, wird Jutta Cordt 2017 die Leitung der obersten Asylbehörde übernehmen.

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